Archiv der Kategorie: 108 Ostend

Sommerwerft 2016 – leider schon vorbei

Zum Schluss zeigte Antagon mit »Package« den Irrsinn der Arbeitswelt – mit furiosen Acts und Effekten. Wir drücken den Machern die Daumen, dass sie mit schwarzen Zahlen abschließen konnten und hoffen, dass sie im nächsten Jahr wieder die (27.) Sommerwerft auf die Beine stellen.

Spektakel in Frankfurt – Sommerwerft startet in 15. Saison

Ein buntes Völkchen aus fantasievollen Gestalten – Künstler u. a. mit russischen, südamerikanischen, spanischen und natürlich auch deutschen Wurzeln, traf sich am Goetheplatz. Mit Maskerade, Musik und Tanz fanden sie ein passendes internationales Publikum, das sich gerne beim Shoppen unterbrechen ließ und begeistert zum Handy griff. Nach einem »Demonstrationszug« zum Römer – mit starker Polizeibegleitung (2 Motorräder, 5 Mannschaftswagen bei ca. 50 »Demonstranten«!) ging es am Sommerwerftgelände mit dem Programm los. Bis 7. August werden Musik, Theater, Workshops und Film geboten – für Erwachsene und Kinder. Das Ganze wird von »Protagon – Freunde und Förderer freier Theateraktion« mit vielen ehrenamtlichen Helfern gestemmt. Der beträchtliche finanzielle Aufwand wird aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen, Einnahmen aus Essens- und Getränkeverkäufen finanziert. Aus öffentlichen Töpfen kommt auch etwas – es könnte mehr sein! Die neue Stadtregierung will künftig das Budget für unabhängige Kunst aufstocken. Vielleicht kommt auch etwas bei der Sommerwerft an? Die neue Stadträtin Ina Hartwig hat hoffentlich ein Herz für diese gewaltige kreative Quelle, besonders in einer Zeit, in der das Fremde zunehmend als bedrohlich empfunden wird.

Leider kann ich in den nächsten Tagen nicht dabei sein. Nächster Bericht ab 2.8.

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Antagon – was ist das?

Viele Frankfurter haben sie zwar schon gesehen – mit ihren phantsievollen Stelzenauftritten,  aber nur wenige kennen sie wirklich, obwohl sie bereits seit 25 Jahren existieren – die internationale Theatergruppe Antagon. Ich kannte zwar den Namen, hatte jedoch keine Vorstellung, was sich hinter Antagon verbirgt.

Also nichts wie hin. Erster Eindruck bei trübem Frankfurter Wetter: alles ziemlich trist und zunächst abweisend. Dann die Überraschung: Ich wurde mit offenen Armen empfangen. In den Gesprächen wurde die Freude und Leidenschaft am Schauspiel spürbar. Larissa aus der Verwaltung hat mir alle Einrichtungen inklusive der Kellerwerkstätten gezeigt. Ein Teil der Antagonhalle wird für Proben, Aufführungen und Workshops genutzt. Ein anderer Teil ist mit Schwingboden ausgerüstet und wird u. a. für Tanztraining genutzt. Die Halle ist mit professioneller Bühnentechnik ausgestattet. Alles ist mobil, weil sehr oft auf Straßen und Plätzen und im Ausland gespielt wird.

Das Wichtigste sind jedoch die Schauspieler – aus vielen Ländern, u.a. Brasilien, Iran, Chile, Litauen, Finnland, Italien … – mit allen Reizen der kulturellen und sprachlichen Vielfalt. Die Menschen in der folgenden Galerie habe ich zufällig dort getroffen. Sie leben überwiegend auf dem Gelände miteinander. Nicht alle haben eine Schauspielausbildung aber alle sind hochmotiviert und arbeiten intensiv an ihren Fähigkeiten. Die Stücke werden gemeinsam entwickelt und ausgearbeitet, zusammen mit Regisseuren und Dramaturgen. Es herrscht eine offene freundliche Atmosphäre.

Beste Gelegenheit, Antagon und viele andere freie Theatergruppen kennen zu lernen, ist die Sommerwerft in Frankfurt vom 22.7. – 7.8.2016 – bei der EZB – neben dem Restaurant Oosten.

Brutkasten im Osthafen – Institut für neue Medien (INM)

Selbst Frankfurter kennen den Osthafen kaum und verbinden mit ihm – zurecht – Blaumannjobs in Gewerbebetrieben aller Art. Neuerdings siedeln sich am Rand verstärkt Dienstleister an.

Mitten in diesem gewerblichen Umfeld gibt es einige eher unauffällige »Highlights«:

Der Schwedlersee (sollte mal als Verlängerung des nördlichen Hafenbeckens dienen), die Frankfurter Fischer- und Schifferzunft von 945, das älteste Toilettenhäuschen von Frankfurt (Jugendstil und leider außer Betrieb), der Hafenbrunnen und die »Insel« – zweite Heimat der Hafenarbeiter und Trucker.

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Kulturbunker

Kulturbunker mit Insel im Vordergrund

Gleich daneben befindet sich der Kulturbunker. In den unteren drei Stockwerken sind Probenräume für Bands, die dort mit großer Hoffnung auf eine Weltkarriere unermüdlich üben. Darüber wurde eine Holz-/Glaskonstruktion gebaut mit Ateliers für Künstler aus aller Welt und für das Institut für neue Medien.

Das INM entstand 1989 als Institut der Städelschule, um Postgraduates die Möglichkeit zu geben, sich mit modernen Medien auseinander zu setzen. Später wurde das INM selbständig und wird seitdem von einem Förderverein getragen. Seit 2005 »wohnt« das INM hier und versteht sich als Brutkasten für Innovationen innerhalb transdisziplinärer Projektkooperationen rund um die sich immer dynamischer drehende Welt der elektronischen Medien. Beispiele für Aktionen: Entwicklung einer Simulationssoftware (OKSIMO), um z. B. die Bevölkerungsentwicklung »berechnen« zu können, Wissensatlas des Rheinmain-Gebiets, Vernetzung von Forschern in  Rheinmain.

Philomena Höltkemeier

Philomena Höltkemeier

Am 13.8.2013 war Philomena Höltkemeier eingeladen, um über ihre Erfahrungen mit der US-Filmindustrie zu berichten. Ihre Botschaft: entscheidend für den Erfolg eines Films ist vor allem eine Story, die verstanden wird und Emotionen weckt. Ihre Aufgabe bei einer Produktionsfirma in Kalifornien war es, Drehbücher zu bewerten, sie abzulehnen bzw. zu empfehlen. Die Quote akzeptabler Werke lag bei 1 %. Offensichtlich wussten die hochmotivierten Autoren nicht, worauf es ankommt. DieseAngebot Erfahrungen führten zu ihrer Geschäftsidee, sowohl Autoren als auch Produktionsfirmen in Deutschland beratend zu unterstützen und auch Brücken nach USA zu bauen. Daneben setzt sie ihr Studium in Darmstadt fort und schließt nun mit dem Master ab.

 

Osthafen Molenkopf mit Aurora-Mühle

Osthafen Molenkopf mit Aurora-Mühle

002 Osthafen Containerlager_500

Containerlager

 

Schwedlersee mit Gaststätte - Badesee des ältesten Frankfurter Schwimmvereins

Schwedlersee mit Gaststätte –
Badesee des ältesten Frankfurter Schwimmvereins

Jugendstil-Toilette - leider außer Betrieb

Jugendstil-Toilette – leider außer Betrieb

Nacht der Museen 2013 – Erfahrungen

Die Nacht der Museen – seit Jahren ein Toppereignis in Frankfurt – in diesem Jahr mit ca. 50 »Spielorten« und über 200 Programmpunkten. Wir waren überfordert und haben uns eher planlos treiben lassen. 001Kulturbunker_500

 

Start war die Busfahrt vom Paulsplatz zum Osthafen. Im »Edelrestaurant« Zur Insel neben dem Kunstbunker in der Schmickstraße – zwischen LKWs und Lagerhallen – haben wir die kulinarische Grundlage gelegt und ein Bunkerschnitzel genossen.

005 Truckerin Nicole_500Dabei hat uns Nicole Gesellschaft geleistet. Sie ist seit 2 Jahren Truckerin, fährt 6 Tage in der Woche durch die Lande und wohnt am Sonntag in ihrem LKW »solange ich auf den Bock raufkomme«.

Nicole vor ihrem Truck – übrigens »Nicole kommt von nie Kohle«. Sie liebt die große Freiheit – keiner ist in der Nähe, der rummeckert.

002 3 Etagen Übungsräume_500Der Kunstbunker besteht aus dem eigentlichen Bunkerbau und einem 2-stöckigen Aufbau. In den unteren drei Bunkeretagen befinden sich die Probe-Räume von Musikgruppen, die zwar noch nicht weltweit bekannt sind, aber voller Leidenschaft ihre Ideen umsetzen.

 

 

So die Gruppe »Lehrgeld«, m004 Gruppe Lehrgeld_500it den Machern Marc Schaun (Mitte), Florian Glock (links) und Sven Port (rechts). Der Sänger Malte ist nicht auf dem Bild. Ihr Leitmotto: Lernen aus Fehlern! Sie versuchen, Pannen im Leben mit Liedern aufzuarbeiten – eben Lehrgeld.

 

 

006 Ateliers verschiedener Künstler_500In den oberen Etagen sind Ateliers von bildenden Künstlern

 

 

 

 

007 Lisa Niederreiter_500z.B. Lisa Niederreiter mit dem Konzept »Bäume aus Gewicht gemacht«. Sie sammelt im Osthafen Weggeworfenes, lässt es einzeln oder kombiniert von der Hafenbahn überrollen. Das Ergebnis wird von ihr auf einem Sockel installiert – Kunst des Zufalls. Sie realisiert natürlich auch andere Konzepte (siehe www.lisaniederreiter.de)008 Bäume aus Gewicht gemacht_500

010 Gruppe Antagon_500

Vor der Hafenverwaltung zeigte die internationale Outdoor-Theatergruppe »Antagon« »Im Labirinth« – ein Stück fast ohne Bühne zwischen den Zuschauern – in einem Reich von Elfen oder ähnlichen Fabelwesen.

 

 

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Die Kinder sind auch nicht mehr wie früher – vollkommen angstfrei.

 

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Sudfass – wagen wir einen Blick hinein

Fast jeder Frankfurter kennt das Sudfass. Wenn man in der Dunkelheit über die Flößer-Brücke von Sachsenhausen kommt, fällt dieses Haus mit seinen rot leuchtenden Herzen sofort ins Auge. Aber nur wenige waren Gäste dieses Etablissements.

Der im Februar in den Medien berichtete Verkauf der Immobilie kam wohl doch nicht zustande. Die Zukunft ist weiter ungewiss.  Fest steht, dass das Haus noch auf unbestimmte Zeit erhalten bleibt. Trotzdem wollten wir doch mal wissen, wie es drinnen aussieht!
(Inzwischen abgerissen und durch hochwertige Wohnungen ersetzt).

Man kann den Besuch im Flair (Bar im Erdgeschoss an der Straßenseite) starten und dort bei Drinks zu moderaten Preisen Kontakte mit den Dienstleisterinnen des Hauses knüpfen. Oder man geht direkt ins Sudfass – Eingang vom Hof. Dort gibt es den Namen gebenden Wellnessbereich und eine wunderbare Bar. Sie ist im klassizistischen (ca. 1800 – 1850) Kellergewölbe – mit erotischen Fresken an der Decke und Stilelementen aus den Bereichen Jagd und Militär.
Enden könnte der Besuch in einem der kreativen Themenzimmer.

Die Frauenbeine an der Ecke des Gebäudes markieren den Eingang zum vom Sudfass unabhängigen Laufhaus.

siehe auch Beitrag „Totgesagte leben länger“

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01 Eingang_500 02 Gang zur Bar_500 03 Empfang und Kasse_500 04 Wertsachen nicht vergessen_500 05 Erotik-Art_500 10 Jägerstube_500 20 Bar_500 21 Bar_500 22 Bar_500 23 Bar_500 25 Bar _500 26 Bar_500 27 Bar_500 29 Sauna_500 33 Marlene Dietrich Zimmer_500 35 romantisches Zimmer_500 36 Japanisches Zimmer_500 37 Sternenzimmer_500 39 schwarzes Zimmer_500

Dschungel im Hafenpark fertig

Einer der anspruchsvollsten Skateparks Europas wurde am letzten Wochenende zur Nutzung freigegeben. Der »concret jungle« entstand als Teil des neuen Hafenparks – in der Nähe der neuen EZB, zwischen Honsell- und Deutschherrnbrücke. Für 1,8 Mio€ und mit Beteiligung der Nutzer wurden Skaterträume in Beton gegossen. So gibt es riesige »Bowls« und »Snake Runs« mit erheblichen Schwierigkeitsgraden. Wegen des feuchten Wetters konnten nur die BMXer (das sind die mit den kaum straßentauglichen Geländerädern) schon mal probieren. Für die Skater war es zu gefährlich. So richtig los geht es dann im Sommer mit der Einweihung des Hafenparks. Dann werden auch internationale Größen ihr Können zeigen.

Totgesagte leben länger

Einer seit 1981 etablierten Institution für zwischenmenschliche Kommunikation wird seit 2008 das baldige Ende nachgesagt. Aber es besteht immer noch – nicht mehr ganz taufrisch. Man kann bereits im Vorbeigehen morbiden Charme erkennen.

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Argentischer Tango im Frankfurter Osten

Argentinischer Tango, Tapas und nette Gäste – was braucht es mehr für einen entspannten Abend? In der »tango y tapas bar« in der Sonnemannstraße 3-5 gibt es freitags authentische argentinische Musik. Wir konnten bei unserem Besuch Julio Gordillo (Gesang) und Jorge Galbassini (Gitarre) hören. Beide sind in Argentinien geboren und seit ihrer Kindheit mit Tanz und Musik verbunden. Sie leben seit etlichen Jahren in Frankfurt und bringen etwas Pfeffer in die Kulturszene.
Einfach ein stimmungsvoller Abend!

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Osthafen – off limits

Eigentlich ist ja das Gebiet des Osthafens für Normalos gesperrt. Aber das gilt ja nur eigentlich ;-). Bei der Nacht der Industrie (das ist bereits einige Tage her) schon gar nicht. Wir sind herzlich willkommen und ich darf sogar fotografieren – leider mit nicht besonders gutem Licht!

Unter fachkundiger Führung von PR-Chefin Sylvia Appenroth und Hafenmeister Bernd Fünkner erfahren wir spannendes über den Hafen und seiner wirtschaftlichen Bedeutung. Obwohl die HFM nur ca. 100 Mitarbeiter hat, arbeiten im Hafen fast 10.000 Menschen bei über 100 Arbeitgebern. Die Hafenbahn kann auf 56 km Gleis fahren. Der Hafen verbindet Wasserstraße mit Bahn und LKW.

Mitten in dieser ökonomisch geprägten Umgebung finden sich aber doch einige verschwiegene Highlights: Schwedler See, Honsellbrücke, Architekturbunker, »Die Insel«, Frankfurter Fischer- und Schifferzunft, … (siehe Bilder unten – auf Vorschaubild klicken – Klick auf Vollbild = nächstes Bild)