Archiv des Autors: Klaus

Frankfurter Kunstverein – Empathische Systeme

Künstliche Systeme gehören für uns häufig zum Alltag. Denken wir an die Sprachcomputer der Service-Hotlines, Saugroboter, die Apps unserer Smartphones, Sprachsysteme wie Siri, Alexa …. Wir empfinden sie als nervig oder hilfreich, seltener als sympathisch, z. B. wenn wir unseren Helfern Namen geben. Gelegentlich machen sie uns Angst, besonders, wenn wir an Systeme mit künstlicher Intelligenz denken und deren Möglichkeit, uns zu belauschen. Ob wir wollen oder nicht – unsere Beziehungen zu diesen Systemen werden häufiger und deren Qualität immer besser.

Der Frankfurter Kunstverein hat die von drei Künstlern getragene Ausstellung »Empathische Systeme« gestaltet. Die Leiterin und Kuratorin Franziska Nori und ihr Team wollen uns damit Gelegenheit geben, neue Erfahrungen mit unseren Gefühlen im Umgang mit den verschiedenen Objekten zu sammeln.

Bei den Videos und Objekten von Yves Netzhammer gehen menschenähnliche Gestalten miteinader um – liebevoll, aber auch aggressiv. Sie bewegen sich im Raum und laden uns zum Betrachten ein.

Die von Theo Jansen aus Installations-Rohren geschaffenen künstlichen »Tiere« bewegen sich scheinbar autonom. Am Strand werden sie durch Windkraft über die großen Segel angetrieben. In der Ausstellung übernimmt das Pressluft, die zu bestimmten Zeiten »Umerus« zum Leben erweckt. Es ist schon etwas unheimlich, wenn ein riesiges »Tier« durch den großen Saal des Kunstvereins marschiert. Ein innigeres Verhältnis entsteht, wenn wir das kleinere »Tier« selbst bewegen.

Takayuki Todo konfrontiert uns mit der Computer-Puppe »Seer«, die Menschen in ihrer Nähe erkennt, Blickkontakt aufnimmt und versucht, die Mimik zu erwidern: Kopf neigen, Augenbrauen hochziehen, …

Ergänzung: Die Leiterin Franziska Nori erhielt am 15.6.2019 für die vielen vom Kunstverein konzipierten zukunftsorientierten Ausstellungen den Binding-Kulturpreis.

Sommerwerft – schon mal zum Reinschnuppern

»In Zeiten, in denen man scheinbar unendliche Möglichkeiten hat, aber einen das Gefühl der Ohnmacht verfolgt, kann ein Ort, wie ihn die Sommerwerft bietet, entschleunigen, durchatmen, staunen und inspirieren lassen. Wir brauchen solche Plätze in der Gemeinschaft.«

Bernhard Bub, Vorstand protagon e.V. & künstlerischer Leiter von antagon theaterAKTion.

Die »Sommerwerft« ist ein kulturelles Highlight Frankfurts, organisiert und getragen von ehrenamtlichen Akteuren Protagons bzw. Antagons. Für den Kalender: Freitag 19.7. – Sonntag 4.8.2019. Das Programm wird demnächst im Internet publiziert (siehe Link).

Neben der Frankfurter Gruppe Antagon werden viele internationale Teams ihre Kunst zeigen: Gesang, Schauspiel, Zauberei, … Das Festareal am Main lädt zu spontanen Besuchen ein. Es muss nur noch das Wetter mitspielen.

Wir konnten bereits bei Antagon die Generalprobe von »Traum einer Sache« sehen: Befreiung aus Unfreiheit werden leidenschaftlich gespielt.

Hofheim am Taunus – Perle im Schatten?

Ein Bekannter von mir war erstaunt, dass ich einen Beitrag über Hofheim posten will: »Gibt es da etwas Besonderes?« Offensichtlich können Wenige im Rhein-Main-Gebiet die Schönheiten Hofheims einschätzen. Ich gestehe, auch ich bin eher zufällig hierher geraten – und war begeistert!

Die Highlights in Kürze:
• eine ziemlich intakte Altstadt mit vielen Fachwerkhäusern
• markante Reste der alten Wasserburg mit Kellereigebäude und Hexenturm
• schöne Cafes, Restaurants und Eisdielen
• ein besuchenswertes Stadtmuseum mit interessanten Kunstereignissen
• Lebensmittelpunkt vieler bekannter Künstler rund um das »blaue Haus«
• Europa-Tempel der Baha’i im OT Langenhain
• vermutlich kann man auch erfolgreich shoppen – für mich eher nicht im Mittelpunkt 😉

Die folgenden Bilder zeigen einen Ausschnitt. Es gibt weit mehr zu entdecken, z.B. bei Stadtführungen.

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Junge Künstler im Frankfurter Kunstverein

Unter dem Titel »AND THIS IS US« versammelt der Frankfurter Kunstverein acht nationale und internationale Künstlerinnen und Künstler, die an der Städelschule in Frankfurt bzw. an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach studierten. Die meisten von ihnen ließen sich auch an Akademien in anderen Ländern inspirieren. Ihre Werke, die überwiegend für die Räume des Kunstvereins geschaffen wurden, könnten unterschiedlicher nicht sein und zeigen viele überraschende, innovative Ansätze. Der Kunstverein versteht sich dabei als Plattform aktueller Kunst und will begabten Künstlern Öffentlichkeit bieten – auch um ihnen in Frankfurt ein Gefühl von Heimat zu geben. Die Ausstellung ist bis 12.5.2019 zu sehen. Empfehlenswert ist auch das Begleitprogramm mit Künstlergesprächen und Führungen.

Die aufwändige Ausstellung war dem Verein nur möglich, weil sich neben der Stadt Frankfurt die Dr. Marschner Stiftung finanziell beteiligt hat.

 

Main-Triangel – Kunst in der OFD

Auf der Sachsenhäuser Mainseite, gegenüber der EZB, fällt ein dreieckiges Gebäude auf – das Main-Triangel. Es wurde vom Architekten Fritz Novotny entworfen und 2008 als Bürogebäude fertiggestellt. Von außen wirkt es mit seinem an ein Schiff erinnernden Bug etwas abweisend. Der Innenraum ist jedoch ständig öffentlich zugänglich und präsentiert sich mit spannenden Blickachsen. Eine wahre Fundgrube für Fotografen.

Neben vielen anderen Firmen hat die Oberfinanzdirektion (OFD) Frankfurt hier ihren Sitz. Auch wenn man mit Finanzbehörden eher negative Gefühle verbindet, lohnt sich ein Besuch: die OFD organisiert regelmäßig Kunstausstellungen. In der Reihe »gemischtes Doppel« werden Künstlerpaare präsentiert, deren Werke Ähnlichkeiten und interessante Unterschiede zeigen.

Aktuell zu sehen sind Bettina Sellmann und René Luckhardt mit ihrerAusstellung »glam magic manufactorAy«. Bettina Sellmanns Bilder zeigen »glam magic« während René Luckhardt »manufactorAy« repräsentiert. In diesen bezieht er sich u. a. auf Bilder des Fotografen Man Ray, die er analysiert und daraus eigenständige Werke schafft. Bettina Sellmann zeigt magische, glamouröse Bilder, die u. a. von Mangas beeinflusst sind.

 

Darmstadt – Mathildenhöhe

Die Mathildenhöhe in Darmstadt ist zwar kein wirklicher Geheimtipp. Für Viele ist die große weite Welt aber bekannter als die nähere Umgebung. Nachdem Darmstadt mit der Künstlerkolonie in die Liste der UNESCO-Welterbestätten kommen will – könnte sie einen Besuch wert sein, bevor der große Rummel beginnt. Zur Entstehung der Künstlerkolonie gibt es  eine sehenswerte Website.
Aktuell (Januar 2019) wird die große Ausstellungshalle noch saniert. Die Arbeiten sollen voraussichtlich 2020 fertig sein.

Ffm Palmengarten – Winterlichter

Seit 1871 gibt es den Palmengarten als ständig wachsende Sammlung tropischer Bäume und Pflanzen. Er ist ein ganzjähriges Ausflugsziel für die ganze Familie. Seit einigen Jahren gibt es als weiteres Highlight die »Winterlichter«. Die Kunstwerke wurden von Wolfgang Flammersfeld und Reinhard Hartleif  mit ihrem Unternehmen »world of lights« geschaffen. Sie haben seit 2006 bundesweit rund 20 Events als „leuchtende Vorbilder“ geschaffen und wurden u. a. erst kürzlich mit dem 3. Platz beim internationalen Wettbebewerb »Darc Awards« ausgezeichnet.

Die Lichtkunst ist noch bis 20.1.2019 (täglich 17 bis 21 Uhr) zu sehen. Danach können wir uns vermutlich auf das nächste Jahr freuen.

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Groß-Umstadt – Weininsel mit Schlössern

Groß-Umstadt bezeichnet sich als Odenwälder Weininsel der recht kleinen Lage Bergstraße. Die relativ geringe Ernte-Menge findet viele Abnehmer in der Region, deshalb wird kaum Wein »exportiert«. Man muss schon hinfahren, um in den Genuss zu kommen, am besten zum Winzerfest (das nächste vom 13.-16.9.2019). Wer nicht weinselig heimfahren will, sollte das Hotelzimmer schon heute reservieren.

Eine Erkundung der Stadt und des Weinlehrpfades wird durch eine gut gemachte Broschüre unterstützt, die man bei der Stadtverwaltung anfordern kann, wenn man es nicht vorzieht, eine der Führungen zu buchen.

 

Europa mal anders – im Museum für Kommunikation

Europa verbinden wir in der Regel mit Bürokratie, Politik, relativ offenen Grenzen, …. Der Fotograf Stefan Enders zeigt in seiner Ausstellung  Menschen in Europa »Weit weg von Brüssel« (noch bis 10.03.2019). Auf einer sieben-monatigen Reise entlang der Grenze der EU ist er 31.000 km gefahren und hat Menschen portraitiert und ihre Lebensumstände dokumentiert.  Die Menschen hat er ganz klassisch mit einer analogen Mittelformatkamera in schwarz/weiß fotografiert. Die Straßenszenen sind zwar farbig. Er hat aber nicht die »fotogenen« Motive seiner Reise aufgenommen sondern eher Alltägliches aber in spannenden Kompositionen.

Während seines Studiums der Malerei hat Stefan Enders sein Interesse an der Fotografie entdeckt. Neben freien Projekten arbeitet er u.a. für stern, Spiegel, Focus, Geo, Zeit, Merian. Derzeit lehrt er Fotografie an der Hochschule, Mainz, im Studiengang Kommunikationsdesign.

Am Dienstag, 29.01.2019, 19:00 Uhr wird er im Museum für Kommunikation über seine Reise berichten. Eintritt frei!

Sinclairhaus – erste Ausstellung: Aussicht – Einsicht. Blick durchs Fenster.

Viele Monate war das Sinclairhaus in Bad Homburg geschlossen. Am 9.12.2018 um 11:00 Uhr wird das auf aktuellen technischen Stand gebrachte Haus mit einer Vernissage wiedereröffnet.

Das Thema: »Aussicht – Einsicht. Blick durchs Fenster.«

Werke von 19 Künstlern beschäftigen sich mit diesem alltäglichen Gegenstand, der uns von der Außenwelt trennt aber auch mit ihr verbindet.
Kyra Stromberg schreibt: »Der Platz am Fenster ist ein sicherer Ort, um am schönen Draußen teilzunehmen und zugleich weltverloren zu sein.«

Wenn es mit dem 9.12. nicht klappt – die Ausstellung ist bis 3. März 2019 geöffnet.

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