Auenkunst – Bad Vilbel-Massenheim | Neue Kunstwerke 2021

Seit dem Start der Auenkunst 2007 hat sie einen ständigen Wandel erlebt. So auch wieder in diesen Tagen. Am Samstag, 30.10.2021, 11:00 Uhr, wird sie von der Kuratorin Dr. Astrid von Luxburg am Römerbrunnen in Massenheim in der Auenanlage eröffnet. Die folgenden Bilder sollen einen Vorgeschmack geben. Bei der Eröffnung werden von ihr alle vorhandenen Kunstwerke erläutert.

Wer diesen Termin verpasst hat, kann weitere Termine direkt bei Dr. von Luxburg anfragen: info@kultur-erlebnis.de.
Ab Anfang November wird auch die Website »auenkunst-massenheim.de« aktualisiert sein. Auf ihr werden die einzelnen Objekte ausführlich erläutert.

Die Intelligenz der Pflanzen – Wissenschaft und Kunst

Wir erfreuen uns am Anblick zarter, farbiger Blumen, gewaltiger Bäume, ärgern uns über dynamisch wachsende Wildkräuter am falschen Platz. Dabei ist uns nicht bewusst, dass wir nur einen Teil der Pflanzen wahrnehmen und auch nicht erkennen, dass wir Teil einer gemeinsamen Welt sind.

Etliche Mythen wollen zwar vermitteln Pflanzen hätten intelligenz, Persönlichkeit, Gefühle, … Im Lichte der Wissenschaft konnten diese dem Menschen zugeschriebenen Attribute bisher nicht bestehen. Seit einigen Jahren gibt es Ansätze, die »hidden half«, die bisher kaum beachteten, weil nicht sichtbaren Teile unter der Erde, systematisch zu erforschen. Wie reagieren Pflanzen auf ihre Umgebung wie Wasser, Wärme, Erde, Nährstoffe? Wenn Intelligenz u. a. bedeutet, auf Veränderungen der Umgebung zu reagieren, lässt sich bei Pflanzen diese Intelligenz beobachten.

Franziska Nori, der Leiterin des Frankfurter Kunstvereins, ist es gelungen, dieses spannende Thema in der Ausstellung zu kuratieren. Wissenschaftliche Erkenntnisse und sehr unterschiedliche künstlerische Arbeiten regen zum Nachdenken über uns und unsere Rolle auf dieser Welt an.

Forschung

Pflanzensoziologisches Institut Klagenfurt (nun Bad Goisern): seit den 1960er Jahren betreibt es  Wurzelforschung. Wurzelsysteme wurden ausgegraben und dokumentiert. So hat man u. a. festgestellt, dass der Herbst-Löwenzahn über 5 m lange Wurzeln entwickelt.
Forschungszentrum Jülich – Institut für Pflanzenwissenschaften:
Durch automatisierte Messmethoden werden Reaktionen wie Wachstum, z. B. Wurzellänge, Anzahl von Seitenwurzeln und Verzweigungswinkel dokumentiert. Dabei werden veränderte Umweltbedingung simuliert.

Kunst

Diana Scherer: lebende Bodenskulpturen
Thomas Feuerstein: Rauminstallation Hydra
Künstlerkollektiv Marshmallow Laser Feast: mit VR-Brille ins Innere eines Baums
Nicola Toffolini: Tuschebilder mit vielen kleinen Strichen
Abel Rodriguez: Wissenstransfer alter Erfahrung und Überlieferung
Berlinde De Bruyckere: alte vom Sturm entwurzelte Eichenstämme

Rembrandt + Paula Modersohn-Becker

Zur Zeit werden in Frankfurt Werke zweier herausragender Künstler-Persönlichkeiten gezeigt, die trotz großer Unterschiede doch überraschende Ähnlichkeiten haben. Es lohnt sich, die Rembrandt-Ausstellung im Städel (bis 30.1.2022) und die Werke von Paula Modersohn-Becker in der Schirn zu besuchen (bis 6.2.2022) .

Rembrandt lebte von 1606 – 1669, Modersohn-Becker ca. 250 Jahre später (1876 – 1907). Er malte im Barock, sie war auf dem Weg in die Moderne. Er war ein bereits zu Lebzeiten erfolgreicher Künstler. Ihr Weg zum Weltruhm begann erst nach ihrem Tod. Gemeinsam ist Beiden, dass sie eigene neue Wege beschritten, ihr Publikum provozierten und sich über gängige Konventionen hinwegsetzten, »merkwürdige« Bilder malten (Modersohn-Becker).
Für das Smartphone können Apps zum Rundgang von den jeweiligen Websites heruntergeladen werden (Kopfhörer nicht vergessen!). Empfehlenswert ist auch das umfangreiche begleitende Vermittlungsprogramm wie Führungen.

Nennt mich Rembrandt! Durchbruch in Amsterdam

Der junge Leidener Künstler Rembrandt musste sich in der dynamischen, reichen Stadt Amsterdam gegen viele sehr gute und etablierte Kollegen durchsetzen. Er schaffte es durch ein innovatives »Marketing« und vor allem seine außergewöhnliche Maltechnik. Sowohl Bildaufbau als auch sein Spiel mit Licht und Schatten hoben ihn deutlich von den anderen ab. In der Ausstellung kann man das gut erkennen. Viele seiner Bilder werden ergänzt durch vergleichbare Werke anderer Künstler.

Eines seiner brutalsten Bilder, »Die Blendung des Simson«, ist auf den ersten Blick einfach schockierend. Da es sich nicht um eine Auftragsarbeit handelt, stellt sich die Frage, warum er dieses Thema in dieser Art gemalt hat. Was sind die Hintergründe? Ein vierteiliger Podcast vermittelt erhellende Einsichten.

 

Paula Modersohn-Becker

Sie hat in ca. 10 Jahren über 700 Gemälde und 1500 Arbeiten auf Papier geschaffen und dabei der »Moderne« entscheidende Impulse gegeben. Zu Lebzeiten hat sie nur wenige Werke verkaufen können. Ihr Malstil war in dieser Zeit zu »merkwüdig«. Inzwischen genießt sie Weltruhm.

Wesentliche Impulse für ihre Arbeit hat sie im Moordorf Worpswede (nahe Bremen) erhalten. Sie hat sich intensiv auf die ärmlichen, bäuerlichen Bewohner und die karge Landschaft eingelassen. Wichtig waren ihr auch Aufenthalte in Paris mit seiner inspirierenden Kunstszene.

Mit ihrem Hauptwerk »Selbstbildnis am 6. Hochzeitstag« zeigt sie sich in damals schockierender Offenheit als Akt. Dieses Bild gilt heute als Ikone der Kunstgeschichte. Sie malt keine schönen sondern authentische Bilder, stark reduziert auf wesentliche Details wie z.B. »Kind an der Mutterbrust«.

 

Lich | Kunst in Licher Scheunen II

Vermutlich denken die meisten Menschen bei Lich an Bier. In diesem Beitrag geht es aber um das reizenden Stadtbild. In der ersten Galerie zeige ich einen kleinen Teil sehenswerter Straßenzüge und Gebäude. Für Entdecker gibt es viel Spielraum, weitere »Juwelen« zu finden.
Wer will, kann mir seine Fotos senden. Ich würde Sie dann auch in den Blog stellen.

Nach der ersten Galerie kommen Fotos von der Veranstaltung »Kunst in Licher Scheunen«.

Über 50 Künstlerinnen und Künstler zeigen am 11./12.September 2021 ihre Werke in privaten Räumen wie Scheunen, Hallen, Kirchen und Wohnungen, die in der Regel nicht zugänglich sind. Viele Bürger haben Räume für die Kunst und damit für die Öffentlichkeit aufgemacht.

RAY 2021 | Master-Class Nachwuchskünstler:innen

 »RAY 2021 Ideologien« zeigt seit 3.6.2021 Fotografien namhafter internationaler Künstler:innen (siehe RAY 2021 | IDEOLOGIEN – Lichtstrahl in Rhein-Main).
Zeitgleich trafen sich 13 ausgewählte Student:innen der Kunsthochschulen des Rhein-Main-Gebiets unter Leitung von Johanna Diehl im Projekt Master-Class.
Nun sind ihre Werke im Museum für angewandte Kunst zu sehen (noch bis 12.09.2021)

Unter dem Titel »Essays of Undoing« (Verderben?) haben sie sich individuell mit dem Thema Ideologien auseinandergesetzt. Die folgende Galerie zeigt einen sehr subjektiven Ausschnitt der Ausstellung. Bringen Sie für den Besuch Zeit mit, um sich intensiv mit den Werken beschäftigen zu können. Führungen können unter Tel. 069 212 38522 erfragt werden.

Johanna Diehl

Die Teilnehmer:innen der Master-Class mit Johann Diehl

Lich – Kunst in Licher Scheunen

Von Samstag, 11. bis Sonntag, 12.9.2021 (11:00 bis 18:00 Uhr) organisiert der Verein »Lich erleben – Kunst und Kultur« die traditionelle Schau »Kunst in Licher Scheunen« und an anderen Orten. Trotz Corona ist es gelungen, viele »Mitmacher« zu gewinnen: 53 Künstler, eine große Zahl Immobilien-Besitzer und vor allem Sponsoren.

Lich mit seiner schönen Altstadt ist immer einen Besuch wert. An diesem Wochenende lohnt es sich besonders. Die Kunst schafft Zugang zu sonst verschlossenen privaten Orten und zeigt ein überraschendes Zusammenspiel mit speziellen Ausstellungs-Räumen.

Zur Orientierung gibt es einen Plan mit den vielen Ausstellungsorten und den Künstlern. Download des Flyers

Adrian Bischoff | fotografierender Gebirgsbeleuchter

Adrian Bischoff ist zwar als Profi-Fotograf seinen Auftraggebern verpflichtet – daneben pflegt er jedoch viele kreative Leidenschaften (siehe Website). Ein herausragendes Projekt ist Mountain (Illumination) mit einer beeindruckenden über viele Jahre gewachsenen Fotoreihe, die er nun in seiner »Galerie 09« vorstellt. In der aktuellen Ausstellung zeigt er auch Fotos aus der Serie Woodland. Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag 15:00 – 19:00 Uhr, Samstag 11:00 – 19:00 Uhr oder nach Vereinbarung Tel.& WA 01736668429 – Adrian Bischoff

 

Seine Fotos der Gebirgszüge entstehen in der Dunkelheit der Nacht bei klaren Lichtverhältnissen. Erst zwei Tage vorher entscheidet er, ob die lange Fahrt sinnvoll ist. Mit zwei extrem lichtstarken Scheinwerfern lässt er von örtlichen Helfern die Berge von der Seite anstrahlen . Diese müssen sie mit dem engen Lichtbündel aus bis zu 15 km Entfernung abtasten. Adrian Bischoff fotografiert während der Nacht eine Bilderserie, die er später am Computer zu einem Foto »addiert«.

25 Jahre Kunstverein Bad Vilbel | Ich mischte die Farben und malte ein Bild

Quelle: Kunstverein, weitere Bilder am Textende

Der Kunstverein Bad Vilbel hat sich seit seiner Gründung zu einem wichtigen Teil der örtlichen Kulturszene entwickelt, mit einem vielfältigen Angebot für Einsteiger und etablierte Künstlerinnen und Künstler.  Wenn eine große Jubiläums-Veranstaltung nicht machbar ist, dann eben klein und intensiv.

Z. B. mit der Ausstellung ausgewählter Bilder von Gerhild Frick und Gabriele Luft  in der »Kleinen Galerie im Atelier« bis 19.9.2021 – danach Ausstellungen weiterer Künstlerinnen und Künstler bis 17.4.2022  (Adresse: Bad Vilbel – Heilsberg,  Josef-Seliger-Straße 4).

Bilder sind nicht nur optische »Gegenstände«. Dahinter stehen Gedanken und individuelle Arbeitsweisen. Diese begreiflich zu machen, ist Ziel der moderierten Künstlergespräche am Sonntag, 29.8.2021 um 15:00 Uhr.
Viele bekannte Literaten haben auch gemalt. Bei »Gedichte über die Kunst« am Sonntag, 12.9.2021 um 15:00 Uhr wird bei Wein gelesen und werden Bilder dieser Poeten gezeigt.

Telefonische Anmeldung: 06101 41846 oder 0160 5503625.

Impressionen von der Ausstellungseröffnung:

Kunstverein Familie Montez | tranditionelle slowakische Volkskunst 2021

Der KV Familie Montez wurde 2007 von Mirek Macke und Anja Czioska gegründet. Nach mehreren Umzügen in Frankfurt »wohnt« der Verein seit 2014 unter der Honsellbrücke. Er organisiert wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. Daneben gastiert hier Jazz-Montez.

In der aktuellen Ausstellung (noch bis 29.8.2021) werden traditionelle Brautkleider aus allen Teilen der Slowakei von der Künstlergruppe Party in the 21st Century gezeigt. Die Malerinnen Sarah I. Avni und Ivana Mintálova haben die Motive und Farben der Gewänder aufgenommen,  dazu passende Hintergründe geschaffen und die Gesichter der Models entsprechend bemalt. Die Fotografin Zuzana Sénásiova und der Fotograf L’ubomir Sabo schufen die  großformatigen Aufnahmen. Unterstützt wurden sie von der Ethnologin Katarína Chabrecekova.

Besichtigung kostenlos Dienstag – Sonntag 13.30-18.00 Uhr

Diese Ausstellung geht anschießend auf eine Welttournee u. a. zur Expo 2021 in Dubai.

Ffm-Preungesheim – ein Stadtteil für Entdecker

Nicht-Preungesheimer haben von diesem Stadtteil Frankfurts kaum eine Vorstellung. Am ehesten denkt man an die Justizvollzugsanstalt. Wenn man sich jedoch die Mühe macht und genauer hinsieht, findet man erstaunliche Schätze und interessante Ansichten.

Hier stand vielleicht die [1] Burg Bachberg als Keimzelle Preungesheims. In einer ersten Erwähnung von 772 heißt sie Bruningisheim (Heim des Bruno)  Vielleicht gibt eine irgendwann geplante Grabung Gewissheit. Die Burg muss deutlich vor dem 14. Jh. entstanden sein.

Ein baugeschichtlicher Schatz ist die Kreuzkirche. Spuren reichen bis ins 8. Jh. zurück, Turmbau im 11. Jh. 1275 übernahm der Deutscher Orden das Patronat und gab die 1997 wiederentdeckten Wandbilder »Thronende Maria mit Kind« und »Heiliger Georg« in Auftrag. 1716 Umbau in eine barocke Saalkirche, 1741 Bau des Neuen Pfarrhauses. Der Altar wird 1939 vom Osten auf die Südseite des Kirchenschiffs verlegt. In und an der Kirche sind viele Spuren vergangener Baustile erhalten bzw. wieder sichtbar gemacht. Seit 2010 ist sie schutzwürdiges Kulturgut nach Art. 1 der Haager Konvention.

Spannende Architektur der Moderne – Kirchen der 1960er Jahre: 1962 wurde St. Christophorus (kath.) eingeweiht, wenige Meter daneben die ev. Festeburgkirche (1969). wg. der sehr guten Akustik werden dort viele Konzerte angeboten.

Weitere Eindrücke Preungesheims: