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Ffm-Fechenheim | Kunst und Wohnen im Bunker

Fechenheim bietet so manche Überraschung. Gut versteckt hinter dem alten Rathaus liegt ein Hochbunker, der 1942 nach Entwürfen von Adam Heinrich Aßmann erbaut wurde. Er ist so gestaltet, dass er als Kirche erscheinen sollte.

2016 hat sich Dr. Moeser entschieden, ihn zu kaufen und in Wohnungen umzuwandeln. Von 2017 bis 2018 arbeiteten drei Handwerker u. a. mit leistungsstarken Diamantsägen, um die für eine friedliche Nutzung notwendigen über 30 Öffnungen zu schaffen. Sie mussten dabei bis zu zwei Meter starke Mauern und 1,5 Meter dicke Decken überwinden. Dr Moeser: »Diese Umwidmung ist umweltfreundlicher und wirtschaftlicher als ein Abriss und Umbau.«

2019 wurde das Objekt von der Stadt Frankfurt mit dem Preis »Denkmal des Jahres« ausgezeichnet.

 

Das »Seitenschiff« des Bunkers wurde als Ausstellungsraum umgebaut. Derzeit zeigt der Fotograf Jürgen Gries Kugelpanoramen Fechenheimer Motive. Er will »unscheinbare« Orte in einer besonderen Perspektive zeigen. In Facebook zeigt er weitere außergewöhnliche Fotoarbeiten. Er ist mit Fechenheim stark verbunden und hat intime Kenntnisse dieses oft unterschätzten Stadtteils u. a. über seine langjährige Tätigkeit als Polizist.

Die Kugelpanoramen entstehen aus 32 Einzelaufnahmen, die am PC zu diesen besonderen Bildern berechnet werden. Diese Fotos können gekauft werden – Fine Art Print, gerahmt: 130 €, größere 170 €. Neue Prints haben den gleichen Preis – allerdings ungerahmt.
Er ist erreichbar über seine E-Mail-Adresse: jupgries@gmx.de

Seit 2019 werden neun modern ausgestattete Wohnungen vermietet. Ich hatte Gelegenheit, eine Wohnung zu sehen. Sie hat einen großen Wohn-Ess-Bereich mit offener Küche. Hinter der Küche ist ein Lagerraum. Auf dieser Etage gibt es zudem ein Gäste-WC.

Der große Schlafraum ist eine Etage tiefer und über eine Holztreppe erreichbar. Hinter dem Schlafraum bietet sich ein festerloser Raum als Ankleide bzw. begehbarer Kleiderschrank an. Auf dieser Etage ist auch das Duschbad mit WC und Platz für die Waschmaschine.

Fechenheim | Kunstaktionen – Aktionskunst

Der Verein PolymerFM vergibt jährlich Stipendien an Kinder bzw. Jugendliche zwischen 11 und 20 Jahren.  Am 9.7.2016 zeigten die Stipendiaten 2015/16 ihre Werke, die unter dem Motto »Kunstaktionen – Aktionskunst« standen. Sie haben mit viel Freude und Einsatz gemeinsam Mobile für die Straßenlaternen in der Straße Alt Fechenheim entworfen und mit kunstvoll gestalteten mobilen Müllbehältern den Dialog mit den Passanten in Fechenheim gesucht. Die Konzepte wurden gemeinsam erarbeitet und künstlerisch umgesetzt. An ihrer Seite stand Sabine Lauer von »DAS KUNSTBÜRO«. Sie hat die Mädchen (Jungs waren dafür nicht zu gewinnen) motiviert und inspiriert. Die Gespräche mit den Fechenheimern zum Thema Müll waren eine besondere Herausforderung. Galt es doch, »Fremde« anzusprechen und sein Anliegen »zu verkaufen«. In einigen Fällen mussten zunächst Verständnisprobleme überwunden werden. Bemerkenswert ist, dass etliche Mädchen ausländische Wurzeln haben. Sie kommen aus kroatischen, marokkanischen, kurdischen Familien – sind aber erkennbar hier angekommen.

Nun beginnt die nächste Runde mit dem Motto »Enkaustik | Kunst mit Wachs«. (Enkaustik = malen mit Wachs). Interessenten finden weitere Infos hier.

Versteckte Schönheiten – Fechenheim

Frankfurt hat einige »angesagte« Stadtteile. Fechenheim gehört aktuell nicht dazu. Viele kennen es nicht und haben deshalb eine Vorstellung von hässlich und chemischer Industrie. Wenn man über die Hanauer Landstraße kommt und an der Mainkur rechts Richtung Fechenheim fährt, sieht man zunächst nur Rohrleitungen und riesige Behälter. Fotografen können dieses Ensemble zwar auch ästhetisch finden (siehe  Blogbeitrag), zu einem Besuch motiviert diese Umgebung eher nicht.

Mutige, die weiter fahren, um das wahre Fechenheim zu entdecken, werden von der wunderbaren Lage am Main, der dort seinen »Fechenheimer Mainbogen« zelebriert, und dem gut erhaltenen Ortskern überrascht.

Das ehemalige Fischerdorf hat ab Ende des 19. Jahrhunderts durch die Industrialisierung eine dramatische Entwicklung genommen. Viele Bauten im Ortskern aus dieser Epoche sind erhalten und prägen das Bild der Altstadt. Damals kamen tausende katholische »Fremdarbeiter« in die evangelische Gemeinde, um in den chemischen Werken zu arbeiten. An Integration hat damals niemand gedacht. Mit den »Fremden« wollte keiner zu tun haben. (Wie sich doch alles wiederholt!).

Bei meinen Recherchen habe ich viele nette, offene Menschen getroffen, die mir bereitwillig Informationen gegeben haben. Viele engagieren sich für ihren Stadtteil und tragen dazu bei, dass Fechenheim eine hohe Lebensqualität hat. Auffallend sind auch die vielen ausländischen Bürger, die sich hier erkennbar wohlfühlen. Inwieweit sie sich als Teil der Gemeinschaft sehen (können) oder ob man nur in eigenen Kreisen verkehrt, konnte ich nicht erkennen.

Einen ersten Eindruck sollen die Bilder am Ende des Beitrags geben.

Diese Feste in Fechenheim (2016) könnten Anlass für einen Besuch sein:

Linnefest :                         3. – 4. Juni 2016
Fischerfest :                      3. September 2016
Weihnachtsmarkt:           2.  – 4. Dezember 2016.

Fechenheim ist kein Einkaufsparadies, das Notwendige kann man bekommen. Mir ist allerdings nichts aufgefallen, was es woanders nicht gäbe.
Eine Ausnahme: Die Möbelhäuser Heide (Alt Fechenheim 103 /  Link) für gehobene innenarchitektonische Ansprüche und  Heide & Bechtold (Schießhüttenstraße 16 /  Link) mit ihrem breiten Angebot, haben überregionale Bedeutung und könnten einen Besuch lohnen.

Gastronomie:

Zwischen der unvermeidlichen Schnellgastronomie gibt es einige empfehlenswerte Lokale:
Cafe Jasmin mit selbst gebackenem Kuchen und Kulturangebot (Alt Fechenheim 80 /  Link)
Pizza-Chef – schmackhafte italienische Gerichte mit unterhaltsamer Bedienung (Alt Fechenheim 116)
Restaurant Kastanie – kuschelige Lage – stilvolles Essen (Leinwebergasse 4-6 / Link)
Frankfurter Bootshaus – lecker essen direkt am Fluss – auch im Freien (Fechenheimer Leinpfad 1 – Endstation Linie 11 / Link)
Restaurant Schlossblick – Griechische Küche mit Blick auf den Main und das Ysenburger Schloss (Starkenburger Straße 150 / Link)

Dieser Beitrag kann Fechenheim nur begrenzt vorstellen. Unter diesen Links finden sich
weitere Infos:
Arbeitkreis Fechenheimer Vereine
organisieren u. a. Linnefest, Fischerfest, Weihnachtsmarkt (Link)
Heimat- und Geschichtsverein – 1. Vorsitzender Hermann Altpaß (Link)
Philharmonie-Fechenheim
Programm 2016: »Tierisch was los« (Link)
PolymerFM – 1. Vorsitzende Sabine Lauer
Kunstverein, öffentliche Aktionen, Stipendien (Link)

Anreise-Tipp:

mit der Straßenbahn Linie 11 bis Endhaltestelle
mit dem Fahrrad am Main entlang
Parkplätze gibt es auch – aber vermutlich bei Festen kaum ausreichend
natürlich auch mit dem Paddelboot

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