Archiv der Kategorie: 114 Sachsenhausen

RAY-Triennale | Junge Künstler der Masterclass

Innerhalb der RAY-Triennale Masterclass haben zwölf begabte junge Künstlerinnen und Künstler die Gelegenheit, ihre Werke auszustellen. Die Masterclass ist ein kleiner Teil von RAY, die sich bis September über viele Museen in Frankfurt bzw. im Rhein-Main-Gebiet erstreckt.

Der Fotograf Anton Kusters ist Leiter der Masterclass,  gibt Tipps zur Entwicklung ihrer Kunst und untersützt beim Weg von der akademischen Ausbildung in die Öffentlichkeit. Im Museum für angewandte Kunst können sie ihre Gedanken in einem professionellen Rahmen  präsentieren.

Sie sind Absolventen der Hochschule für Gestaltung Offenbach | Hochschule für Bildende Künste  – Städelschule Frankfurt |Hochschule Darmstadt | Kunsthochschule Mainz.
Ihre internationale Herkunft und ihre sehr unterschiedlichen Erfahrungen führen zu spannenden Werken.

So verarbeitet Maya Nikté Argueta ihre Emotionen nach dem Suizid ihres Vaters literarisch, filmisch und fotografisch in »die ander seite des meeres«.
Mika Frommherz zeigt mit »schon lange fern«, wie Menschen in der Zukunft  die Herausforderungen künftiger Umweltprobleme meistern könnten.
Nazanin Hafez thematisiert mit »Zuschauer« die öffentlichen Hinrichtungen im Iran.
Die Waldbesetzung des Fechenheimer Wäldchens wird von Dennis Haustein beobachtet (»FECHER«).
Blaykyi Kenyah hat seine Eindrücke während einer Taunus-Wanderung künstlerisch verarbeitet: Die Suche des richtigen Wegs und das Blattwerk (hier blau) wird in einem Gitternetz gezeigt.
Mit den Fotografien zu »Mein Gott – wie schön du gestern am Telefon warst« zeigt Stella Musshafen diskrete Orte, an denen sich lesbische bzw. queere Frauen frei fühlen können.
Mit ihrem »miniature photobook archive« will Marie Schwarze ihre zahlreichen Fotografien der Öffentlichkeit zeigen. Sie liegen unsichtbar auf ihrer Festplatte und sollten sichtbar gemacht werden.
Madlen Strebel hat Freunde (Generation X/Y) mit ihren wichtigsten Gegenständen fotografiert, um somit Persönliches zu offenbaren (well-ness)

Fotos und weitere Werke gibt es in der Galerie:

Klangquellen | Weltkulturenmuseum

Wie es sich für eine ordentliche Ausstellung gehört, kann man wunderbare und geheimnisvolle Gegenstände bewundern. In »Klangquellen – Everthing is Music« des Weltkulturenmuseums stehen sie allerdings nicht im Mittelpunkt. Vielmehr können die Besucherinnen und Besucher die unsichtbaren Klänge und ihre Bedeutung erforschen. Von Geräuschen des Alltags bis kunstvoll geschaffene Klänge wird deren funktionale, musikalische oder spirituelle Bedeutung erfahrbar. Die Ausstellung kann bis 1. September 2024 besucht werden.

Jeder Besucher erhält einen Audio-Guide, der automatisch das jeweilige Klangmuster eines Exponats hörbar macht. Texte in der Ausstellung vermitteln Hintergrundwissen – das ausführlicher bei Führungen erfahrbar wird. Innerhalb des Begleitprogramms werden sechs Konzerte veranstaltet. In Gamelan- und Angklung-Workshops kann jeder selbst aktiv werden.

Ffm | Rennbahn-Park

Nach heftigen Querelen zwischen Stadt und den Rennbahnbetreibern ist die Frankfurter Rennbahn (1865 – 2015) Geschichte. Nur das denkmalgeschützte Kassenhäuschen ist erhalten. Inzwischen hat der Deutsche Fußballbund (DFB) seinen Campus bezogen und unsere nationale Fußballelite kann nun von Erfolg zu Erfolg streben.

2022 wird der Park neu gestaltet; dabei wurden sowohl Pflanzen als auch der Teich und die Bodengestaltung des 9-Loch-Golfplatzes, der innerhalb der Rennbahn lag, übernommen. Nach einem Jahr ist die Vegetation soweit gediehen, dass es eine Freude ist, dort zu entspannen.

Bänke laden zu Pausen ein. Vom Schiedsrichter-Türmen nachempfundenen Aussichtsturm kann man den Park überblicken oder am Teich die Schwäne beobachten.  Für Kinder gibt es einen phantasievollen Spielplatz.

 

Städel-Museum Ffm | toller Blick auf die Skyline

Das Städelmuseum nimmt 2,5 Mio € in die Hand, um die Attraktivität des Hauses für Besucher zu steigern. Man will nicht nur herausragende Kunst zeigen, sonden auch die Aufenthaltsqualität steigern. Ab Sommer können Besucher von der zweiten Etage die Dachterrasse über die neuen Spindeltreppen erreichen und dort den Blick auf die Frankfurter Skyline noch besser genießen. Aktuell ist diese Möglichkeit einzigartig auf der Sachsenhäuser Seite.

Größte Herausforderung war, diese recht schwere Konstruktion (12 t) denkmalgerecht einzubauen. Sie muss im Mauewerk versteckt werden. Die Bauaktivitäten fanden in direkter Nachbarschaft zu unbezahlbaren Kunstwerken statt. Für die Sicherheit der Besucher muss auf der Terrasse eine Brüstungshöhe von 1,10 m eingehalten werden. Da diese nicht verändert werden darf, musste der Boden entsprechend abesenkt werden.

Konzipiert wurde dieses komplexe Werk vom Architekturbüro Schneider + Schumacher. Die Friedrichsdorfer Metallbaufirma Weinmann hat die Spindeltreppen mit großer Präsizision gefertigt.

Städel | Italienfotos 1850 – 1880

Handy hoch – klick: Für viele ist Fotografieren zu einer eher oberflächlichen schnellen Beschäftigung geworden. Im Bruchteil einer Sekunde entsteht ein Foto. Für das erste bekannte Foto von 1826 (Niépce »Blick aus dem Arbeitszimmer») war aufwändige Vorbereitung und eine Belichtungszeit von 8 Stunden notwendig. Ab 1840 konnten Fotos kommerziell hergestellt werden – aber immer noch mit erheblichem Aufwand.

Johann David Passavant, Städeldirektor 1840 – 1861, hat ab 1850 eine Sammlung italienischer Fotos aufgebaut. 90 bedeutende Aufnahmen von ca. 10 Fotografen in der aktuellen Ausstellung zeugen von deren Können, die trotz ihrer gewaltigen technischen Grenzen (schwere Ausrüstung und Belichtungszeiten von etlichen Sekunden bis einigen Minuten) beeindruckende Werke geschaffen haben.

Diese Fotos geben heute noch Anregungen für gute Bildgestaltung. Für alle, die künftig bessere Bilder machen wollen – aber auch andere Künstler – bringt ein Besuch wertvolle Erkenntnisse. Die von Kristina Lemke kuratierte Ausstellung ist bis 3. Sept. 2023 zu sehen.
Hier ein kleiner Ausschnitt:

Ausstellungsansicht „Italien vor Augen. Frühe Fotografien ewiger Sehnsuchtsorte

Foto:
Städel Museum
Norbert Miguletz

 

 

 

 

 

Pisa: Schiefer Turm | um 1855 (20 Sekunden – 7 Minuten?)


Enrico Van Lint
(1808–1884)
Albuminpapier auf Karton
Städel Museum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Venedig: Blick auf Markusbibliothek, Campanile und Dogenpalast | um 1875

Carlo Naya (1816–1882)
Albuminpapier auf Karton
Städel Museum

 

 

 

 

 

Rom: Fischer am Tiber nahe der Engelsburg | um 1860

Gioacchino Altobelli
(1814–1878)
Albuminpapier auf Karton
Städel Museum

 

 

 

 

 

Riviera di Levante: Küste nahe Sestri Levante | um 1870

August Alfred Noack (1833–1895)
Albuminpapier auf Karton
Städel Museum

 

 

 

 

 

Neapel: Der Ausbruch des Vesuvs | am 26. April 1872, 15 Uhr

Giorgio Sommer (1834–1914)
Albuminpapier auf Karton
Städel Museum, Eigentum des Städelschen Museums-Vereins Weiterlesen

The Blasky | ein besonderes Hotel

Das Haus wurde 1982 als Bürogebäude errichtet. In Frankfurt ist es immer noch üblich, Häuser wegen einer neuen Nutzung abzureißen. Hier wurde der Bestand bewahrt und soweit notwendig für das neue Hotel umgebaut. Auch die Lage in Sachsenhausen ist außergewöhnlich. The Blasky wurde 2021 eröffnet, wie eine Ferien-Insel in Sachsenhausen, einer sonst nicht so tollen Umgebung am Ziegelhüttenweg.

Besonders ist auch das Team, geführt von Tim Doehring. Es sorgt für eine entspannte, freundliche Atmosphäre. Es will wohl, dass sich die internationalen Gäste wie zuhause oder im Urlaub fühlen. Unterstützt wird der Eindruck durch das Ambiente des Hauses: modern, zweckmäßig, gemütlich. Restaurant und Bar wirken wie ein größeres Wohnzimmer.

Das absolute Highlight ist die Dachterrasse mit einem grandiosen Blick auf die Skyline von Frankfurt – wenn es nicht neblig ist. Bei unserem erster Besuch während einer Führung mit Sabine Wustmann konnten wir gerade die Häuser auf der anderen Straßenseite sehen. Der Name des Hotels bedeutet Blauer Himmel (bla: schwedisch) – ein Hinweis auf die Dachterrasse.

Bar, Frühstück und Brunch wollen wir demnächst probieren. Auch für Frankfurter interessant: die regelmäßigen Gastro-Events. Weitere Infos.

 

 

Renoir | Impressionismus + Rokoko

Pierre-Auguste Renoir (*1841 +1919) war einer der bedeutendsten Impressionisten. Bei vielen seiner Werke sind Anleihen bei Malern des Rokoko erkennbar. Er hat Motive aufgenommen und mit den Stilmitteln und Maltechniken des Impressionismus neu realisiert. Stark beeinflusst wurde er von den vielen »Zeitenwenden« im Laufe seines Lebens. Das Städel-Museum zeigt bis 19. Juni 2022 Schlüsselwerke seines Schaffens, ergänzt durch Werke des 18. Jahrhunderts und vergleichend Bilder seiner Zeitgenossen. Obwohl das Städel selbst etliche Renoir-Werke besitzt, sind in der einmaligen Ausstellung auch viele Exponate internationaler Leihgeber zu sehen.

Rembrandt + Paula Modersohn-Becker

Zur Zeit werden in Frankfurt Werke zweier herausragender Künstler-Persönlichkeiten gezeigt, die trotz großer Unterschiede doch überraschende Ähnlichkeiten haben. Es lohnt sich, die Rembrandt-Ausstellung im Städel (bis 30.1.2022) und die Werke von Paula Modersohn-Becker in der Schirn zu besuchen (bis 6.2.2022) .

Rembrandt lebte von 1606 – 1669, Modersohn-Becker ca. 250 Jahre später (1876 – 1907). Er malte im Barock, sie war auf dem Weg in die Moderne. Er war ein bereits zu Lebzeiten erfolgreicher Künstler. Ihr Weg zum Weltruhm begann erst nach ihrem Tod. Gemeinsam ist Beiden, dass sie eigene neue Wege beschritten, ihr Publikum provozierten und sich über gängige Konventionen hinwegsetzten, »merkwürdige« Bilder malten (Modersohn-Becker).
Für das Smartphone können Apps zum Rundgang von den jeweiligen Websites heruntergeladen werden (Kopfhörer nicht vergessen!). Empfehlenswert ist auch das umfangreiche begleitende Vermittlungsprogramm wie Führungen.

Nennt mich Rembrandt! Durchbruch in Amsterdam

Der junge Leidener Künstler Rembrandt musste sich in der dynamischen, reichen Stadt Amsterdam gegen viele sehr gute und etablierte Kollegen durchsetzen. Er schaffte es durch ein innovatives »Marketing« und vor allem seine außergewöhnliche Maltechnik. Sowohl Bildaufbau als auch sein Spiel mit Licht und Schatten hoben ihn deutlich von den anderen ab. In der Ausstellung kann man das gut erkennen. Viele seiner Bilder werden ergänzt durch vergleichbare Werke anderer Künstler.

Eines seiner brutalsten Bilder, »Die Blendung des Simson«, ist auf den ersten Blick einfach schockierend. Da es sich nicht um eine Auftragsarbeit handelt, stellt sich die Frage, warum er dieses Thema in dieser Art gemalt hat. Was sind die Hintergründe? Ein vierteiliger Podcast vermittelt erhellende Einsichten.

 

Paula Modersohn-Becker

Sie hat in ca. 10 Jahren über 700 Gemälde und 1500 Arbeiten auf Papier geschaffen und dabei der »Moderne« entscheidende Impulse gegeben. Zu Lebzeiten hat sie nur wenige Werke verkaufen können. Ihr Malstil war in dieser Zeit zu »merkwüdig«. Inzwischen genießt sie Weltruhm.

Wesentliche Impulse für ihre Arbeit hat sie im Moordorf Worpswede (nahe Bremen) erhalten. Sie hat sich intensiv auf die ärmlichen, bäuerlichen Bewohner und die karge Landschaft eingelassen. Wichtig waren ihr auch Aufenthalte in Paris mit seiner inspirierenden Kunstszene.

Mit ihrem Hauptwerk »Selbstbildnis am 6. Hochzeitstag« zeigt sie sich in damals schockierender Offenheit als Akt. Dieses Bild gilt heute als Ikone der Kunstgeschichte. Sie malt keine schönen sondern authentische Bilder, stark reduziert auf wesentliche Details wie z.B. »Kind an der Mutterbrust«.

 

RAY 2021 | Master-Class Nachwuchskünstler:innen

 »RAY 2021 Ideologien« zeigt seit 3.6.2021 Fotografien namhafter internationaler Künstler:innen (siehe RAY 2021 | IDEOLOGIEN – Lichtstrahl in Rhein-Main).
Zeitgleich trafen sich 13 ausgewählte Student:innen der Kunsthochschulen des Rhein-Main-Gebiets unter Leitung von Johanna Diehl im Projekt Master-Class.
Nun sind ihre Werke im Museum für angewandte Kunst zu sehen (noch bis 12.09.2021)

Unter dem Titel »Essays of Undoing« (Verderben?) haben sie sich individuell mit dem Thema Ideologien auseinandergesetzt. Die folgende Galerie zeigt einen sehr subjektiven Ausschnitt der Ausstellung. Bringen Sie für den Besuch Zeit mit, um sich intensiv mit den Werken beschäftigen zu können. Führungen können unter Tel. 069 212 38522 erfragt werden.

Johanna Diehl

Die Teilnehmer:innen der Master-Class mit Johann Diehl

Weltkulturen Museum | Grüner Himmel – Blaues Gras

Weißes Licht enthält alle Farben, die wir abhängig vom Untergrund und Wetter unterschiedlich sehen. Diese Farbwahrnehmung ist für alle Menschen grundsätzlich gleich.
Trotzdem haben sich deren Bedeutung und Interpretation auf der Welt unterschiedlich entwickelt.

So kann z. B. die Trauerfarbe schwarz, weiß oder beeindruckend bunt sein.

In der aktuellen Ausstellung »Grüner Himmel – Blaues Gras« zeigt das Museum Exponate aus seiner gewaltigen Sammlung, um kulturelle Unterschiede zu verdeutlichen.

Coronabedingt können die Exponate noch nicht bei einem Besuch besichtigt werden. Es gibt allerdings virtuelle Angebote z. B. am Donnerstag, 22. April 2021 von 19:30 bis 20:30 Uhr (kostenlose Führung – mit Anmeldung: »weltkulturen.bildung@stadt-frankfurt.de«)