Archiv der Kategorie: 114 Sachsenhausen

Rembrandt + Paula Modersohn-Becker

Zur Zeit werden in Frankfurt Werke zweier herausragender Künstler-Persönlichkeiten gezeigt, die trotz großer Unterschiede doch überraschende Ähnlichkeiten haben. Es lohnt sich, die Rembrandt-Ausstellung im Städel (bis 30.1.2022) und die Werke von Paula Modersohn-Becker in der Schirn zu besuchen (bis 6.2.2022) .

Rembrandt lebte von 1606 – 1669, Modersohn-Becker ca. 250 Jahre später (1876 – 1907). Er malte im Barock, sie war auf dem Weg in die Moderne. Er war ein bereits zu Lebzeiten erfolgreicher Künstler. Ihr Weg zum Weltruhm begann erst nach ihrem Tod. Gemeinsam ist Beiden, dass sie eigene neue Wege beschritten, ihr Publikum provozierten und sich über gängige Konventionen hinwegsetzten, »merkwürdige« Bilder malten (Modersohn-Becker).
Für das Smartphone können Apps zum Rundgang von den jeweiligen Websites heruntergeladen werden (Kopfhörer nicht vergessen!). Empfehlenswert ist auch das umfangreiche begleitende Vermittlungsprogramm wie Führungen.

Nennt mich Rembrandt! Durchbruch in Amsterdam

Der junge Leidener Künstler Rembrandt musste sich in der dynamischen, reichen Stadt Amsterdam gegen viele sehr gute und etablierte Kollegen durchsetzen. Er schaffte es durch ein innovatives »Marketing« und vor allem seine außergewöhnliche Maltechnik. Sowohl Bildaufbau als auch sein Spiel mit Licht und Schatten hoben ihn deutlich von den anderen ab. In der Ausstellung kann man das gut erkennen. Viele seiner Bilder werden ergänzt durch vergleichbare Werke anderer Künstler.

Eines seiner brutalsten Bilder, »Die Blendung des Simson«, ist auf den ersten Blick einfach schockierend. Da es sich nicht um eine Auftragsarbeit handelt, stellt sich die Frage, warum er dieses Thema in dieser Art gemalt hat. Was sind die Hintergründe? Ein vierteiliger Podcast vermittelt erhellende Einsichten.

 

Paula Modersohn-Becker

Sie hat in ca. 10 Jahren über 700 Gemälde und 1500 Arbeiten auf Papier geschaffen und dabei der »Moderne« entscheidende Impulse gegeben. Zu Lebzeiten hat sie nur wenige Werke verkaufen können. Ihr Malstil war in dieser Zeit zu »merkwüdig«. Inzwischen genießt sie Weltruhm.

Wesentliche Impulse für ihre Arbeit hat sie im Moordorf Worpswede (nahe Bremen) erhalten. Sie hat sich intensiv auf die ärmlichen, bäuerlichen Bewohner und die karge Landschaft eingelassen. Wichtig waren ihr auch Aufenthalte in Paris mit seiner inspirierenden Kunstszene.

Mit ihrem Hauptwerk »Selbstbildnis am 6. Hochzeitstag« zeigt sie sich in damals schockierender Offenheit als Akt. Dieses Bild gilt heute als Ikone der Kunstgeschichte. Sie malt keine schönen sondern authentische Bilder, stark reduziert auf wesentliche Details wie z.B. »Kind an der Mutterbrust«.

 

RAY 2021 | Master-Class Nachwuchskünstler:innen

 »RAY 2021 Ideologien« zeigt seit 3.6.2021 Fotografien namhafter internationaler Künstler:innen (siehe RAY 2021 | IDEOLOGIEN – Lichtstrahl in Rhein-Main).
Zeitgleich trafen sich 13 ausgewählte Student:innen der Kunsthochschulen des Rhein-Main-Gebiets unter Leitung von Johanna Diehl im Projekt Master-Class.
Nun sind ihre Werke im Museum für angewandte Kunst zu sehen (noch bis 12.09.2021)

Unter dem Titel »Essays of Undoing« (Verderben?) haben sie sich individuell mit dem Thema Ideologien auseinandergesetzt. Die folgende Galerie zeigt einen sehr subjektiven Ausschnitt der Ausstellung. Bringen Sie für den Besuch Zeit mit, um sich intensiv mit den Werken beschäftigen zu können. Führungen können unter Tel. 069 212 38522 erfragt werden.

Johanna Diehl

Die Teilnehmer:innen der Master-Class mit Johann Diehl

Weltkulturen Museum | Grüner Himmel – Blaues Gras

Weißes Licht enthält alle Farben, die wir abhängig vom Untergrund und Wetter unterschiedlich sehen. Diese Farbwahrnehmung ist für alle Menschen grundsätzlich gleich.
Trotzdem haben sich deren Bedeutung und Interpretation auf der Welt unterschiedlich entwickelt.

So kann z. B. die Trauerfarbe schwarz, weiß oder beeindruckend bunt sein.

In der aktuellen Ausstellung »Grüner Himmel – Blaues Gras« zeigt das Museum Exponate aus seiner gewaltigen Sammlung, um kulturelle Unterschiede zu verdeutlichen.

Coronabedingt können die Exponate noch nicht bei einem Besuch besichtigt werden. Es gibt allerdings virtuelle Angebote z. B. am Donnerstag, 22. April 2021 von 19:30 bis 20:30 Uhr (kostenlose Führung – mit Anmeldung: »weltkulturen.bildung@stadt-frankfurt.de«)

Weltkulturen-Museum – Welten bewegend

Seit es Menschen gibt, sind sie auf Wanderschaft, aus wirtschaftlichen Gründen oder auf der Flucht, manchmal aus Interesse an anderen Ländern. Immer gibt es dabei Kontakte unterschiedlicher Kulturen, die manchmal harmonisch, häufig jedoch konfliktreich ablaufen. In der Regel ergab sich aus diesen Berührungen Neues, häufig Besseres.

In der Ausstellung »Welten bewegend – Migration macht Geschichte« werden Prozesse kulturellen Aufeinandertreffens gezeigt – weltweit – historisch bzw. aktuell.

Künstler haben gemeinsam mit den Kustoden für diese Ausstellung Exponate aus dem riesigen Schatz des Weltkulturen Museums gewählt und durch eigene Werke ergänzt. Zu sehen sind viele Erscheinungsformen kultureller Begegnungen.

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Main-Triangel – Kunst in der OFD

Auf der Sachsenhäuser Mainseite, gegenüber der EZB, fällt ein dreieckiges Gebäude auf – das Main-Triangel. Es wurde vom Architekten Fritz Novotny entworfen und 2008 als Bürogebäude fertiggestellt. Von außen wirkt es mit seinem an ein Schiff erinnernden Bug etwas abweisend. Der Innenraum ist jedoch ständig öffentlich zugänglich und präsentiert sich mit spannenden Blickachsen. Eine wahre Fundgrube für Fotografen.

Neben vielen anderen Firmen hat die Oberfinanzdirektion (OFD) Frankfurt hier ihren Sitz. Auch wenn man mit Finanzbehörden eher negative Gefühle verbindet, lohnt sich ein Besuch: die OFD organisiert regelmäßig Kunstausstellungen. In der Reihe »gemischtes Doppel« werden Künstlerpaare präsentiert, deren Werke Ähnlichkeiten und interessante Unterschiede zeigen.

Aktuell zu sehen sind Bettina Sellmann und René Luckhardt mit ihrerAusstellung »glam magic manufactorAy«. Bettina Sellmanns Bilder zeigen »glam magic« während René Luckhardt »manufactorAy« repräsentiert. In diesen bezieht er sich u. a. auf Bilder des Fotografen Man Ray, die er analysiert und daraus eigenständige Werke schafft. Bettina Sellmann zeigt magische, glamouröse Bilder, die u. a. von Mangas beeinflusst sind.

 

Europa mal anders – im Museum für Kommunikation

Europa verbinden wir in der Regel mit Bürokratie, Politik, relativ offenen Grenzen, …. Der Fotograf Stefan Enders zeigt in seiner Ausstellung  Menschen in Europa »Weit weg von Brüssel« (noch bis 10.03.2019). Auf einer sieben-monatigen Reise entlang der Grenze der EU ist er 31.000 km gefahren und hat Menschen portraitiert und ihre Lebensumstände dokumentiert.  Die Menschen hat er ganz klassisch mit einer analogen Mittelformatkamera in schwarz/weiß fotografiert. Die Straßenszenen sind zwar farbig. Er hat aber nicht die »fotogenen« Motive seiner Reise aufgenommen sondern eher Alltägliches aber in spannenden Kompositionen.

Während seines Studiums der Malerei hat Stefan Enders sein Interesse an der Fotografie entdeckt. Neben freien Projekten arbeitet er u.a. für stern, Spiegel, Focus, Geo, Zeit, Merian. Derzeit lehrt er Fotografie an der Hochschule, Mainz, im Studiengang Kommunikationsdesign.

Am Dienstag, 29.01.2019, 19:00 Uhr wird er im Museum für Kommunikation über seine Reise berichten. Eintritt frei!

Museum Weltkulturen – älter werden international

Wir werden täglich älter – und das schon, zunächst unmerklich, bereits in jungen Jahren.

Unter dem Titel »Grey is the new Pink« beleuchtet das Museum das spannende Thema Altern aus verschiedenen Blickwinkeln und bezieht dabei internationale Kulturen ein. Zum Teil durch Exponate aus dem Bestand des Museums aber vor allem durch Fotos bzw. Bilder internationaler Künstler, Erfahrungsberichte aus aller Welt und Ergebnisse aus Arbeitsgruppen von Senioren und Schülern.

Empfehlenswert ist ein Besuch mit Führung siehe Website. Es lohnt sich, genügend Zeit einzuplanen. Die Ausstellung geht bis 1.9.2019.

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Schlagend von der Baumrinde zum Stoff – And the beat goes on …

Gewebte Stoffe gibt es weltweit schon sehr lange. Daneben entwickelte sich in Ozeanien, Indonesien, Afrika und dem Amazonasgebiet eine kaum bekannte Kulturtechnik: Stoffgewinnung aus Rindenbast, vor allem vom Maulbeerbaum und Brotfruchtbaum.

Die aktuelle Ausstellung des Weltkulturen Museums zeigt die fast vergessene Technik und vor allem wunderbare Ergebnisse.

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Aktuelle afrikanische Kunst – Tradition + Gegenwart

El Hadji Sy im Weltkulturen Museum

Seit über 40 Jahren sammelt das Weltkulturen Museum (MWK) zeitgenössische afrikanische Kunst und damit lange vor anderen Einrichtungen in Deutschland. 1985 hat der senegalesische Künstler El Hadji Sy aktuelle afrikanische Kunst für das MWK zusammen gestellt.

07 Versammlung mit vier HockernIn der Ausstellung »Painting, Performance, Politics« werden Bilder aus dieser Sammlung und neu geschaffene Werke gezeigt. Sie stehen häufig in Verbindung mit ethnologischen Objekten aus den Beständen des Museums und der politischen Situation seines Landes. Die Ausstellung ist bis 18.10.2015 zu sehen.
Das Begleitprogramm bietet u. a. auch Möglichkeiten, vom Künstler und den Kuratoren Informationen und Antworten aus erster Hand zu erhalten.

Warum und wozu? Sammlung des Weltkulturen Museums

Seit Gründung des Museums 1904 wurden 67.000 völkerkundliche Gegenstände und 120.000 Fotografien und Filme gesammelt. Die letzte große Sammelexpedition brachte 1961 4.000 Exponate aus Neu Guinea ins Museum.

Waffensammlung im original Lager-System

Nur ein sehr geringer Teil kann gezeigt werden. Der Rest schlummert in gewaltigen Archiven.

Was waren die Motive der sammelnden Forscher? Sicher Interesse an fremden Kulturen. Welche Rolle spielten wirtschaftliche Überlegungen? Welche Rolle spielte die damals angenommene Überlegenheit der Weißen?

Die neue Ausstellung Ware & Wissen sucht Antworten auf diese und viele weitere Fragen. Die Besucher sind eingeladen, sich aktiv und offen mit ihnen auseinander zu setzen.

Künstler u. a. aus Mexiko, Neuseeland, Nigeria, Taiwan, England haben während ihres Aufenthalts in Frankfurt daraus auf der Grundlage ihrer ganz persönlichen kulturellen Erfahrungen Themen aufgegriffen und neue Produkte geschaffen

Das Weltkulturen Museum ist mit diesem Ansatz der Selbstreflektion federführend in der deutschen Museumslandschaft und wurde deshalb u. a. auch von der Kulturstiftung des Bundes deutlich gefördert.

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