Bad Soden Ts. | Ausstellungen im Badehaus im alten Kurpark

Bis 24. April 2022 können zwei sehenswerte Ausstellungen besucht werden:

Schwarz-Weiß trifft Farbe 2022:
Antje Hottowitz
(Malerin) hat Motive von schwarz/weiß-Fotos von Dick Byer als Inspiration für ihre farbigen Bilder übernommen.

naturen – kulturen … mein emotionaler Blick auf die Natur 2022
Romana Menze-Kuhn
: Sie setzt sich intensiv mit Natur und den menschlichen Einflüssen auseinander. Ihre Bilder und Installationen zeigen ihren subjektiven Blick auf dieses Spannungsfeld.

Die Ausstellungen sind geöffnet Mi, Sa, So von 15:00 – 18:00 Uhr

Ffm-Fechenheim | Kunst und Wohnen im Bunker

Fechenheim bietet so manche Überraschung. Gut versteckt hinter dem alten Rathaus liegt ein Hochbunker, der 1942 nach Entwürfen von Adam Heinrich Aßmann erbaut wurde. Er ist so gestaltet, dass er als Kirche erscheinen sollte.

2016 hat sich Dr. Moeser entschieden, ihn zu kaufen und in Wohnungen umzuwandeln. Von 2017 bis 2018 arbeiteten drei Handwerker u. a. mit leistungsstarken Diamantsägen, um die für eine friedliche Nutzung notwendigen über 30 Öffnungen zu schaffen. Sie mussten dabei bis zu zwei Meter starke Mauern und 1,5 Meter dicke Decken überwinden. Dr Moeser: »Diese Umwidmung ist umweltfreundlicher und wirtschaftlicher als ein Abriss und Umbau.«

2019 wurde das Objekt von der Stadt Frankfurt mit dem Preis »Denkmal des Jahres« ausgezeichnet.

 

Das »Seitenschiff« des Bunkers wurde als Ausstellungsraum umgebaut. Derzeit zeigt der Fotograf Jürgen Gries Kugelpanoramen Fechenheimer Motive. Er will »unscheinbare« Orte in einer besonderen Perspektive zeigen. In Facebook zeigt er weitere außergewöhnliche Fotoarbeiten. Er ist mit Fechenheim stark verbunden und hat intime Kenntnisse dieses oft unterschätzten Stadtteils u. a. über seine langjährige Tätigkeit als Polizist.

Die Kugelpanoramen entstehen aus 32 Einzelaufnahmen, die am PC zu diesen besonderen Bildern berechnet werden. Diese Fotos können gekauft werden – Fine Art Print, gerahmt: 130 €, größere 170 €. Neue Prints haben den gleichen Preis – allerdings ungerahmt.
Er ist erreichbar über seine E-Mail-Adresse: jupgries@gmx.de

Seit 2019 werden neun modern ausgestattete Wohnungen vermietet. Ich hatte Gelegenheit, eine Wohnung zu sehen. Sie hat einen großen Wohn-Ess-Bereich mit offener Küche. Hinter der Küche ist ein Lagerraum. Auf dieser Etage gibt es zudem ein Gäste-WC.

Der große Schlafraum ist eine Etage tiefer und über eine Holztreppe erreichbar. Hinter dem Schlafraum bietet sich ein festerloser Raum als Ankleide bzw. begehbarer Kleiderschrank an. Auf dieser Etage ist auch das Duschbad mit WC und Platz für die Waschmaschine.

Bingen | mehr als Hildegard

Hildegard von Bingen ist die prominenteste Persönlichkeit, die man mit Bingen in Verbindung bringt. Die Spuren dieser außergewöhnlichen Frau des Mittelalters sind hier allgegenwärtig. Viele weitere interessante und schöne Stellen sind in der Stadt zu entdecken und lohnen einen Besuch. Wir waren zweimal dort: im Februar 2021 und ein Jahr später nochmal. Coronabedingt war die Gastronomie mittags überwiegend außer Betrieb. 2021 blieb uns nur asiatisch to go, 2022 ein Lichtblick: Die Gaststätte »Zum Opa« hatte offen. Es gab sogar den Opa, der mittags von Küche bis Service alles alleine machte. Er ist ein richtiger Opa mit neun Enkeln. Die Küche: früher sagte man jugoslawisch und bürgerlich. Das Essen war lecker und preiswert.

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Orientierungsplan


Die folgenden Fotos geben eine schnelle Übersicht. Mit Drohne wäre es natürlich noch anschaulicher.


Der Ortsteil Bingerbrück, westlich der Nahe, war Standort des Klosters von Hildegard. Es sind nur noch wenige Spuren aus ihrer Zeit erhalten.


Die Innenstadt Bingens wäre einen eigenen Beitrag wert. Hier erste schnelle Eindrücke.


Bingen am Rhein

Bingen: Kempten, Rochusberg
Appenheim

Renoir | Impressionismus + Rokoko

Pierre-Auguste Renoir (*1841 +1919) war einer der bedeutendsten Impressionisten. Bei vielen seiner Werke sind Anleihen bei Malern des Rokoko erkennbar. Er hat Motive aufgenommen und mit den Stilmitteln und Maltechniken des Impressionismus neu realisiert. Stark beeinflusst wurde er von den vielen »Zeitenwenden« im Laufe seines Lebens. Das Städel-Museum zeigt bis 19. Juni 2022 Schlüsselwerke seines Schaffens, ergänzt durch Werke des 18. Jahrhunderts und vergleichend Bilder seiner Zeitgenossen. Obwohl das Städel selbst etliche Renoir-Werke besitzt, sind in der einmaligen Ausstellung auch viele Exponate internationaler Leihgeber zu sehen.

Schönheit im Untergrund | Frankfurts U-Bahnstationen

Für Viele unbekannt, liegen sehenswerte architektonische Leckerbissen im Untergrund Frankfurts. Selbst U-Bahnnutzer kennen in der Regel nur »ihre« Stationen. Mit diesem Beitrag möchten wir einladen, auf Entdeckungsreise zu gehen. Ideal bei schlechtem Wetter und zu unschlagbar günstigen Preisen. Ein Tagesticket des RMV bietet größtmögliche Mobilität und ist billiger als die meisten Eintrittskarten der Museen.

Dieser U-Bahn-Tripp gibt außerdem die Gelegenheit, auch bisher kaum besuchte Quartiere im Umfeld der jeweiligen Stationen zu entdecken.

Die folgende Auswahl zeigt nur einen kleinen Teil der Unterwelt aus Sicht verschiedener Fotografen der »Fotofreunde Bad Vilbel«. Noch ein Tipp: oberhalb der Bahnsteige bietet auch die B-Ebene lohnenswerte Ansichten. Bei einigen Stationen liegen die  Bahnsteige auf unterschiedlich gestalteten Ebenen.

Während die ersten Stationen (Betrieb ab 1968) funktional gestaltet wurden, hat man später zunehmend Wert auf anspruchsvollere Architektur gelegt.

Weitere Infos gibt es auf der Website der VGF (Verkehrsgesellschaft Frankfurt) und bei Wikipedia.

Festhalle / Messe (Betrieb seit 2001)

Dom / Römer (Betrieb seit 1974 | Umbauten 1988)
Sie ist die tiefste Station Frankfurts.

Ostbahnhof (Betrieb seit 1999, verlängert 2007)

Alte Oper (Betrieb seit 1986)

Westend / Palmengarten (Betrieb seit 1986)

Bockenheimer Warte (Betrieb seit 1986)

Schirn | Walk | Gehen als Kunst

Gehen ist normalerweise selbstverständlich, alltäglich. Wir sind unbewusst zu Fuß unterwegs, ohne darüber nachzudenken.

Die global besetzte Ausstellung WALK in der Frankfurter Schirn Kunsthalle zeigt uns, dass Gehen ein vielschichtiges, komplexes, philosophisches Ereignis ist. Die 40 Künstler beschäftigen sich u. a. mit Gehen als gesellschaftlichem Phänomen, mit der Verbindung Mensch und Raum, reflektieren Themen wie Globalisierung, Migration und Klimawandel.
Kuratoren der Ausstellung sind Dr. Fiona Hesse und Matthias Ulrich.

Ergänzend zur Ausstellung finden – auch im öffentlichen Raum – (Mitmach-)Veranstaltungen statt (Programm auf der Website).

Die Ausstellung lädt ein zum Mitdenken und Mitmachen. Sie kann bis 22. Mai 2022 besucht werden.

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Fotografie Forum Frankfurt FFF | Torben Eskerod: Findings (aus 30 Jahren)

Das FFF zeigt bis 6. März 2022 Werk-Serien des dänischen Fotokünstler Torben Eskerod (* 1960). Die spannende Ausstellung wurde von Alison Nordström (USA) kuratiert und umfasst Werke der letzten 30 Jahre. Schwergewicht seiner Arbeiten sind Portraits von Lebenden und Toten, aber auch von deren Abbildern, ebenso Landschaft und Architektur. Dabei versucht er,  das Unsichtbare »sichtbar« zu machen, hinter die Oberfläche zu sehen. Häufig thematisiert er Vergängliches.

 

Das FFF – gegründet 1984 – ist die herausragende, international beachtete Vereinigung zur Förderung des Mediums Fotografie. Außergewöhnliche Ausstellungen, Workshops und Vorträge mit kompetenten Fotografen unterstützen diese Ziele. Bei Symposien wie RAY koordiniert es die vielen weiteren Einrichtungen im Rhein-Main-Gebiet mit fotografischen Sammlungen.

 

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Auenkunst – Bad Vilbel-Massenheim | Neue Kunstwerke 2021

Seit dem Start der Auenkunst 2007 hat sie einen ständigen Wandel erlebt. So auch wieder in diesen Tagen. Am Samstag, 30.10.2021, 11:00 Uhr, wird sie von der Kuratorin Dr. Astrid von Luxburg am Römerbrunnen in Massenheim in der Auenanlage eröffnet. Die folgenden Bilder sollen einen Vorgeschmack geben. Bei der Eröffnung werden von ihr alle vorhandenen Kunstwerke erläutert.

Wer diesen Termin verpasst hat, kann weitere Termine direkt bei Dr. von Luxburg anfragen: info@kultur-erlebnis.de.
Ab Anfang November wird auch die Website »auenkunst-massenheim.de« aktualisiert sein. Auf ihr werden die einzelnen Objekte ausführlich erläutert.

Die Intelligenz der Pflanzen – Wissenschaft und Kunst

Wir erfreuen uns am Anblick zarter, farbiger Blumen, gewaltiger Bäume, ärgern uns über dynamisch wachsende Wildkräuter am falschen Platz. Dabei ist uns nicht bewusst, dass wir nur einen Teil der Pflanzen wahrnehmen und auch nicht erkennen, dass wir Teil einer gemeinsamen Welt sind.

Etliche Mythen wollen zwar vermitteln Pflanzen hätten intelligenz, Persönlichkeit, Gefühle, … Im Lichte der Wissenschaft konnten diese dem Menschen zugeschriebenen Attribute bisher nicht bestehen. Seit einigen Jahren gibt es Ansätze, die »hidden half«, die bisher kaum beachteten, weil nicht sichtbaren Teile unter der Erde, systematisch zu erforschen. Wie reagieren Pflanzen auf ihre Umgebung wie Wasser, Wärme, Erde, Nährstoffe? Wenn Intelligenz u. a. bedeutet, auf Veränderungen der Umgebung zu reagieren, lässt sich bei Pflanzen diese Intelligenz beobachten.

Franziska Nori, der Leiterin des Frankfurter Kunstvereins, ist es gelungen, dieses spannende Thema in der Ausstellung zu kuratieren. Wissenschaftliche Erkenntnisse und sehr unterschiedliche künstlerische Arbeiten regen zum Nachdenken über uns und unsere Rolle auf dieser Welt an.

Forschung

Pflanzensoziologisches Institut Klagenfurt (nun Bad Goisern): seit den 1960er Jahren betreibt es  Wurzelforschung. Wurzelsysteme wurden ausgegraben und dokumentiert. So hat man u. a. festgestellt, dass der Herbst-Löwenzahn über 5 m lange Wurzeln entwickelt.
Forschungszentrum Jülich – Institut für Pflanzenwissenschaften:
Durch automatisierte Messmethoden werden Reaktionen wie Wachstum, z. B. Wurzellänge, Anzahl von Seitenwurzeln und Verzweigungswinkel dokumentiert. Dabei werden veränderte Umweltbedingung simuliert.

Kunst

Diana Scherer: lebende Bodenskulpturen
Thomas Feuerstein: Rauminstallation Hydra
Künstlerkollektiv Marshmallow Laser Feast: mit VR-Brille ins Innere eines Baums
Nicola Toffolini: Tuschebilder mit vielen kleinen Strichen
Abel Rodriguez: Wissenstransfer alter Erfahrung und Überlieferung
Berlinde De Bruyckere: alte vom Sturm entwurzelte Eichenstämme

Rembrandt + Paula Modersohn-Becker

Zur Zeit werden in Frankfurt Werke zweier herausragender Künstler-Persönlichkeiten gezeigt, die trotz großer Unterschiede doch überraschende Ähnlichkeiten haben. Es lohnt sich, die Rembrandt-Ausstellung im Städel (bis 30.1.2022) und die Werke von Paula Modersohn-Becker in der Schirn zu besuchen (bis 6.2.2022) .

Rembrandt lebte von 1606 – 1669, Modersohn-Becker ca. 250 Jahre später (1876 – 1907). Er malte im Barock, sie war auf dem Weg in die Moderne. Er war ein bereits zu Lebzeiten erfolgreicher Künstler. Ihr Weg zum Weltruhm begann erst nach ihrem Tod. Gemeinsam ist Beiden, dass sie eigene neue Wege beschritten, ihr Publikum provozierten und sich über gängige Konventionen hinwegsetzten, »merkwürdige« Bilder malten (Modersohn-Becker).
Für das Smartphone können Apps zum Rundgang von den jeweiligen Websites heruntergeladen werden (Kopfhörer nicht vergessen!). Empfehlenswert ist auch das umfangreiche begleitende Vermittlungsprogramm wie Führungen.

Nennt mich Rembrandt! Durchbruch in Amsterdam

Der junge Leidener Künstler Rembrandt musste sich in der dynamischen, reichen Stadt Amsterdam gegen viele sehr gute und etablierte Kollegen durchsetzen. Er schaffte es durch ein innovatives »Marketing« und vor allem seine außergewöhnliche Maltechnik. Sowohl Bildaufbau als auch sein Spiel mit Licht und Schatten hoben ihn deutlich von den anderen ab. In der Ausstellung kann man das gut erkennen. Viele seiner Bilder werden ergänzt durch vergleichbare Werke anderer Künstler.

Eines seiner brutalsten Bilder, »Die Blendung des Simson«, ist auf den ersten Blick einfach schockierend. Da es sich nicht um eine Auftragsarbeit handelt, stellt sich die Frage, warum er dieses Thema in dieser Art gemalt hat. Was sind die Hintergründe? Ein vierteiliger Podcast vermittelt erhellende Einsichten.

 

Paula Modersohn-Becker

Sie hat in ca. 10 Jahren über 700 Gemälde und 1500 Arbeiten auf Papier geschaffen und dabei der »Moderne« entscheidende Impulse gegeben. Zu Lebzeiten hat sie nur wenige Werke verkaufen können. Ihr Malstil war in dieser Zeit zu »merkwüdig«. Inzwischen genießt sie Weltruhm.

Wesentliche Impulse für ihre Arbeit hat sie im Moordorf Worpswede (nahe Bremen) erhalten. Sie hat sich intensiv auf die ärmlichen, bäuerlichen Bewohner und die karge Landschaft eingelassen. Wichtig waren ihr auch Aufenthalte in Paris mit seiner inspirierenden Kunstszene.

Mit ihrem Hauptwerk »Selbstbildnis am 6. Hochzeitstag« zeigt sie sich in damals schockierender Offenheit als Akt. Dieses Bild gilt heute als Ikone der Kunstgeschichte. Sie malt keine schönen sondern authentische Bilder, stark reduziert auf wesentliche Details wie z.B. »Kind an der Mutterbrust«.