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Antagon auf dem Römerberg

Nacht der Museen. Direkt neben Justitia tauchen eigenartige Wesen auf, um mit »Zukunftserinnerungen« Denkanstöße zu geben.

»… mit verspielt-mythischen und feurig-dynamischen Momenten beschäftigt sich antagon  mit dem Wechselspiel von Tradition und Moderne – was bleibt bestehen in einer Zeit, in der das Leben immer schneller abläuft? Der historisch bedeutende Römer, der im Rahmen der Altstadt-Neustrukturierung selbst dem Wandel der Zeit unterliegt, ist der perfekte Ort auf der Suche nach Antworten.«

Aktueller Tipp: Vom 14. – 17.5.2016, 20:30 Uhr wird das Stück »Package« in der Antagonhalle, Ffm, Orberstr. 57 gespielt. Mit Anzügen »uniformierten« Menschen wird tänzerisch der Spiegel vorgehalten. Choreografie: Shusaku Takeuchi. Weitere Infos: antagon.de

Antagon – was ist das?

Viele Frankfurter haben sie zwar schon gesehen – mit ihren phantsievollen Stelzenauftritten,  aber nur wenige kennen sie wirklich, obwohl sie bereits seit 25 Jahren existieren – die internationale Theatergruppe Antagon. Ich kannte zwar den Namen, hatte jedoch keine Vorstellung, was sich hinter Antagon verbirgt.

Also nichts wie hin. Erster Eindruck bei trübem Frankfurter Wetter: alles ziemlich trist und zunächst abweisend. Dann die Überraschung: Ich wurde mit offenen Armen empfangen. In den Gesprächen wurde die Freude und Leidenschaft am Schauspiel spürbar. Larissa aus der Verwaltung hat mir alle Einrichtungen inklusive der Kellerwerkstätten gezeigt. Ein Teil der Antagonhalle wird für Proben, Aufführungen und Workshops genutzt. Ein anderer Teil ist mit Schwingboden ausgerüstet und wird u. a. für Tanztraining genutzt. Die Halle ist mit professioneller Bühnentechnik ausgestattet. Alles ist mobil, weil sehr oft auf Straßen und Plätzen und im Ausland gespielt wird.

Das Wichtigste sind jedoch die Schauspieler – aus vielen Ländern, u.a. Brasilien, Iran, Chile, Litauen, Finnland, Italien … – mit allen Reizen der kulturellen und sprachlichen Vielfalt. Die Menschen in der folgenden Galerie habe ich zufällig dort getroffen. Sie leben überwiegend auf dem Gelände miteinander. Nicht alle haben eine Schauspielausbildung aber alle sind hochmotiviert und arbeiten intensiv an ihren Fähigkeiten. Die Stücke werden gemeinsam entwickelt und ausgearbeitet, zusammen mit Regisseuren und Dramaturgen. Es herrscht eine offene freundliche Atmosphäre.

Beste Gelegenheit, Antagon und viele andere freie Theatergruppen kennen zu lernen, ist die Sommerwerft in Frankfurt vom 22.7. – 7.8.2016 – bei der EZB – neben dem Restaurant Oosten.

Weltkulturenmuseum – Papua Neuguinea – moderne Kunst und Traditionen

Dr. Eva Raabe hat in der Ausstellung LUKIM GEN (Ein Rückblick) »moderne« Kunst aus den siebziger Jahren zusammengestellt. Die Künstler waren von der Aufbruchstimmung der Unabhängigkeit (1975) beeinflusst. In den Werken sind ihre kulturellen Wurzeln deutlich spürbar. In diesem Staat haben sich über Jahrtausende ca. 1000 Gruppen – weitgehend unbeeinflusst vom Rest der Welt – entwickelt. Diese Vielfalt ist ein wichtiger Impulsgeber. Leider hat die Dynamik der Kunstszene durch die politische Instabilität einen deutlichen Dämpfer erhalten.

Die folgenden Bilder zeigen nur einen kleinen Ausschnitt. Besser ist natürlich eine Reise in die Vergangenheit eines fernen Landes: Die Ausstellung wird bis 19. Juni 2016 gezeigt.

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Versteckte Schönheiten – Fechenheim

Frankfurt hat einige »angesagte« Stadtteile. Fechenheim gehört aktuell nicht dazu. Viele kennen es nicht und haben deshalb eine Vorstellung von hässlich und chemischer Industrie. Wenn man über die Hanauer Landstraße kommt und an der Mainkur rechts Richtung Fechenheim fährt, sieht man zunächst nur Rohrleitungen und riesige Behälter. Fotografen können dieses Ensemble zwar auch ästhetisch finden (siehe  Blogbeitrag), zu einem Besuch motiviert diese Umgebung eher nicht.

Mutige, die weiter fahren, um das wahre Fechenheim zu entdecken, werden von der wunderbaren Lage am Main, der dort seinen »Fechenheimer Mainbogen« zelebriert, und dem gut erhaltenen Ortskern überrascht.

Das ehemalige Fischerdorf hat ab Ende des 19. Jahrhunderts durch die Industrialisierung eine dramatische Entwicklung genommen. Viele Bauten im Ortskern aus dieser Epoche sind erhalten und prägen das Bild der Altstadt. Damals kamen tausende katholische »Fremdarbeiter« in die evangelische Gemeinde, um in den chemischen Werken zu arbeiten. An Integration hat damals niemand gedacht. Mit den »Fremden« wollte keiner zu tun haben. (Wie sich doch alles wiederholt!).

Bei meinen Recherchen habe ich viele nette, offene Menschen getroffen, die mir bereitwillig Informationen gegeben haben. Viele engagieren sich für ihren Stadtteil und tragen dazu bei, dass Fechenheim eine hohe Lebensqualität hat. Auffallend sind auch die vielen ausländischen Bürger, die sich hier erkennbar wohlfühlen. Inwieweit sie sich als Teil der Gemeinschaft sehen (können) oder ob man nur in eigenen Kreisen verkehrt, konnte ich nicht erkennen.

Einen ersten Eindruck sollen die Bilder am Ende des Beitrags geben.

Diese Feste in Fechenheim (2016) könnten Anlass für einen Besuch sein:

Linnefest :                         3. – 4. Juni 2016
Fischerfest :                      3. September 2016
Weihnachtsmarkt:           2.  – 4. Dezember 2016.

Fechenheim ist kein Einkaufsparadies, das Notwendige kann man bekommen. Mir ist allerdings nichts aufgefallen, was es woanders nicht gäbe.
Eine Ausnahme: Die Möbelhäuser Heide (Alt Fechenheim 103 /  Link) für gehobene innenarchitektonische Ansprüche und  Heide & Bechtold (Schießhüttenstraße 16 /  Link) mit ihrem breiten Angebot, haben überregionale Bedeutung und könnten einen Besuch lohnen.

Gastronomie:

Zwischen der unvermeidlichen Schnellgastronomie gibt es einige empfehlenswerte Lokale:
Cafe Jasmin mit selbst gebackenem Kuchen und Kulturangebot (Alt Fechenheim 80 /  Link)
Pizza-Chef – schmackhafte italienische Gerichte mit unterhaltsamer Bedienung (Alt Fechenheim 116)
Restaurant Kastanie – kuschelige Lage – stilvolles Essen (Leinwebergasse 4-6 / Link)
Frankfurter Bootshaus – lecker essen direkt am Fluss – auch im Freien (Fechenheimer Leinpfad 1 – Endstation Linie 11 / Link)
Restaurant Schlossblick – Griechische Küche mit Blick auf den Main und das Ysenburger Schloss (Starkenburger Straße 150 / Link)

Dieser Beitrag kann Fechenheim nur begrenzt vorstellen. Unter diesen Links finden sich
weitere Infos:
Arbeitkreis Fechenheimer Vereine
organisieren u. a. Linnefest, Fischerfest, Weihnachtsmarkt (Link)
Heimat- und Geschichtsverein – 1. Vorsitzender Hermann Altpaß (Link)
Philharmonie-Fechenheim
Programm 2016: »Tierisch was los« (Link)
PolymerFM – 1. Vorsitzende Sabine Lauer
Kunstverein, öffentliche Aktionen, Stipendien (Link)

Anreise-Tipp:

mit der Straßenbahn Linie 11 bis Endhaltestelle
mit dem Fahrrad am Main entlang
Parkplätze gibt es auch – aber vermutlich bei Festen kaum ausreichend
natürlich auch mit dem Paddelboot

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Gallustheater bringt ZuKT: Tanz = Geschichten erzählen …

… und dies über Sprachgrenzen hinweg. Studenten der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt (HfMDK) zeigen jeweils zum Semesterende unter Leitung von Prof. Dieter Heitkamp ihr Können, ihre Fähigkeit, Geschichten kreativ und voller Leidenschaft zu tanzen. Hinter dem Kürzel ZuKT versteckt sich »Zeitgenössischer und Klassischer Tanz«. Besonders beim Zeitgenössischen Tanz spielen Konventionen nur noch eine geringe Rolle. Kreativität und Überwinden von Gepflogenheiten sind wichtiger.

Die Acts werden seit vielen Jahren 2 x jährlich im Gallustheater in Frankfurt gezeigt. Es lohnt sich, auf der Website der HfMDK bzw. des Gallustheaters nach den Terminen zu suchen. Da in der Regel nur 3 Termine angeboten werden, sollten die Karten frühzeitig gebucht werden.

Hanau-Steinheim – Schätzchen aus dem Mittelalter

Steinheim führt ein Schattendasein – so wie viele andere sehenswerte Orte im Rhein-Main-Gebiet. Mit den folgenden ausgewählten Bildern will ich zu einem Besuch anregen.

In den romantischen Gässchen gibt es viele Plätze, die zur Einkehr einladen: zu Kaffee und Kuchen, einem guten Schoppen von Äpfeln oder Trauben und natürlich lecker Essen. Nicht alles ist Spitze, die Gastronomen wechseln auch schon mal. Für Entdecker ein großes Feld. Im Winter eher ruhig. Im Sommer kann es bei den traditionellen Festen auch mal eng werden.

Für alle, die mehr wissen wollen – hier gibt es eine Liste der Baudenkmale Steinheims.
Über den Heimat- und Geschichtsverein kann man weitere Infos erhalten.
Da Hanau noch mehr zu bieten hat – hier eine Übersicht zu Führungen im ganzen Stadtgebiet.

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Erblüht aus Trümmern – Rumpenheimer Schloss mit Park

Offenbach hat etliche wenig bekannte Schönheiten. Eine davon ist im Osten Offenbachs direkt am Main bei der Fähre nach Bischofsheim gelegen: Schloss Rumpenheim.
Im 2. Weltkrieg stark zerstört, wurde der geplante Abriss 1973 durch eine Bürgerinitiative verhindert.  Nach wechselvo01 Rumpenheimerschloss Mainseitellen Aktivitäten wurde das Schloss 2002 äußerlich nach historischem Vorbild aber mit zeitgemäßer Innengestaltung wieder aufgebaut und scheibchenweise als Eigentumswohnungen verkauft, d. h. Besucher sehen in der Regel nur die wunderbar anmutende Hülle. Während der Rumpenheimer Kunsttage jedoch wird in einigen Räumen öffentlich Kunst gezeigt.

Der Schlosspark ist als Stadtpark zugänglich. Sein Zustand war ebenfalls erbärmlich. Die Wildnis wurde im Rahmen eines Parkpflegewerks und dank einige Sponsoren zum großen Teil beseitigt und Teile des Parks rekonstruiert. Natürlich stockt in Zeiten leerer Kassen die Pflege. Aber ich will nicht meckern. Der aktuelle Zustand ist bereits sehenswert und lohnt einen Besuch.

Kurz zur Geschichte (mehr unter den Links):
1788 von Friedrich von Hessen-Kassel als 3-flügelige Anlage mit Englischem Landschaftspark erbaut. Bedeutende Gäste waren u. a. Franz-Joseph, Zar Alexander II, der dänische König
Christian IX, Friedrich VII.
Prinz Wilhelm von Schleswig-Holstein nahm hier 1863 die griechische Königskrone an.

weitere Infos bei Wikipedia, Stadt Offenbach

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Frankfurter Wallanlagen – Empfehlung: unbedingt besuchen

Jeder Frankfurter Autofahrer kennt den Anlagenring (Cityring) – als seltsam geformten Straßenzug. Viele wissen auch, dass diese Straßenführung historisch bedingt ist. Sie folgt den ehemaligen Wallanlagen, die bis ins 18. Jahrhundert Frankfurt vor Angreifern sichern sollten. Sie wurden durch die fortschreitende Militärtechnik überflüssig. Anfang des 19. Jh. wurden sie abgerissen und durch wunderbare private Gartenanlagen ersetzt. Viele reiche Frankfurter haben diese Flächen nach Vorgaben der Stadt aufwändig gestaltet. Sie reichten vom »Nizza« am Main im Westen bis zur alten Stadtbibliothek (jetzt Literaturhaus) im Osten. In der bis heute gültigen Wallservitut von 1827 wurde der Schutz dieser Anlagen festgeschrieben und bis auf wenige Ausnahmen (u.a. die Alte Oper) von der Politik bis heute durchgehalten, obwohl die Grundstücke in dieser Lage einen gewaltigen Wert darstellen. Bei leeren Kassen könnte man da schon schwach werden.

So konnte sich eine wunderbare Parkanlage entwickeln. Die ehemaligen Gärten gibt es natürlich in dieser Form nicht mehr, sind nur noch an einigen Stellen zu erahnen. Bei einer Führung durch Manfred und Gabriele Steyner vom »Freundeskreis Liebenswertes Frankfurt« konnten wir den westlichen Teil kennen lernen.

Start war am Eschenheimer Turm. Gleich daneben die erste Überraschung: Neben dem Hotel Fleming’s führt eine Treppenanlage nach unten in den »Bürgergarten« im Stil der Wallgärten des 19. Jh. (Rekonstruktion 1982) – eine Oase in Frankfurt mitten im Verkehrtslärm der Kreuzung Eschenheimer Anlage und Eschersheimer Landstraße.

Wir gingen nach Westen und trafen in der Bockenheimer Anlage auf das Nebbiensche Gartenhaus, 1810 gebaut für den Verleger Nebbien aus Anlass seiner dritten Hochzeit. Jetzt wird der Raum vom Frankfurter Künstelerclub mit einem abwechslungsreichen Programm genutzt.

Vielfältige Sichtachsen zeigen Natur, Kunst und Blicke auf das moderne Frankfurt.

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Maurisches Haus – traurige Geschichte oder nur Mode?

002 IMG_0043k_500Wer von der Friedberger Landstraße auf dem Anlagenring (Eschenheimer Anlage) Richtung Eschersheimer Landstraße fährt, kann aus dem Augenwinkel ein außergewöhnliches Gebäude erkennen – das Maurische Haus.
Zur Entstehung gibt es die traurige Geschichte einer vermutlich großen Liebe: Ein Frankfurter Kaufmann hat sich auf einer Reise zu den Pyramiden in eine ägyptische Schönheit verliebt. Um ihr den Aufenthalt in Frankfurt so angenehm wie möglich zu machen hat er für sie das Maurische Haus bauen lassen. Dabei hat er sich bis zum Ruin verschuldet und dann aus Verzweiflung erschossen.  Die allein gelassene Geliebte ist wieder in ihre Heimat an den Nil zurückgekehrt.
Fakt ist, dass der Maurermeister J.F. Weinsperger dieses Wohnhaus aus »Tausend und einer Nacht« 1856/1857 gebaut hat. Warum und für wen ist nicht so klar. Das spielt bei der hübschen Legende aber kaum eine Rolle. Bis vor wenigen Jahren residierte dort eine Steuerberatungsgesellschaft. Dann wurden Wohnungen geschaffen und vermietet , mit einem besonderen Mieter im Souterrain: »evanda – Leben mit Parkinson«.
Angeregt durch das Programm von »park in progress – Stadtlabor unterwegs in den Wallanlagen« wurden wir auf eine Veranstaltung im Maurischen Haus aufmerksam. Für uns überraschend war der Veranstalter evanda. Wir waren unerwartet Teil der Parkinson-Community und konnten erleben, mit welcher Leidenschaft die Mitglieder durch ein vielseitiges Programm versuchen, mit ihrer Krankheit so gut wie möglich zu leben. Bei dieser von den Mitgliedern organisierten Veranstaltung las Irene Glueck alte maurische Märchen. Von  Dr. Schubert wurden wir in die Architektur-Details eingeführt.
Beim Rückweg zum Auto haben wir ein weiteres »Schätzchen« im Nordend entdeckt: »Monas Weinbar«. Einfach sympathisch mit guten Weinen, kleinen Gerichten und netten Gesprächen. Jeden 1. und 3. Montag im Monat gibt es »Denken und Debattieren in Monas Weinbar« – um 19:00 Uhr am Philosophie-Montag.

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Kleinod in Niedergründau

Während eines Ausflugs in der Nähe von Gelnhausen fällt uns ein Kirchturm zwischen Bäumen auf. Neugierig auf Unbekanntes, fahren wir hin und entdecken eine Kirche mit einer außergewöhnlichen Orgel. Sie feiert in diesem Jahr 175-jähriges Jubiläum, nachdem sie 2008 aufwändig restauriert wurde. Möglich wurde dies durch den Einsatz des Fördervereins-Ratzmann-Orgel.