Urban Sketching – nun auch in Bad Vilbel

Künstler des Bad Vilbeler Kunstvereins waren in der Stadt unterwegs, um Eindrücke vor Ort zu skizzieren. Eigentlich nichts Neues. Maler arbeiteten auch in der Vergangenheit nicht nur im Atelier, sondern haben sich gelegentlich ins Freie gewagt. Besoners ausgeprägt war das im 19. Jahrhundert – die Pleinairmalerei (malen im Freien) wurde als Befreiung von der Enge des Ateliers empfunden.

»Urban Sketching« wurde 2007 vom Journalisten Gabriel Campario in Seattle initiiert. Neu an dieser Bewegung ist, dass sie sich sehr schnell über soziale Medien weltweit verbreitet. Die Idee: Orte spontan skizzieren und das wirkliche Leben einfangen. Dabei versucht man, auch Gedanken der Passanten aufzunehmen. Die Werke sollen mit anderen Künstlern und der Öffentlichkeit »geteilt« werden.

Die folgenden Bilder zeigen eine kleine Auswahl der sehr unterschiedlichen Werke. Es lohnt sich der Besuch. Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Rathauses zugänglich (voraussichtlich bis Ende 2016).

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Römer in Marköbel

Marköbel? Wo?

Ein nettes Örtchen (inzwischen Teil von Hammersbach) 45 Minuten östlich von Frankfurt, 15 km nördlich von Hanau – gerade noch im Main-Kinzig-Kreis gelegen. Hier schnitten sich der historische Handelsweg »Hohe Straße« (von Frankfurt nach Leipzig) und der Limes. Um diese Straße kontrollieren zu können und wohl auch wegen der möglichen Einnahmen, errichteten die Römer dort ein recht großes Kastell (etwa so groß wie die Saalburg). Leider sind nur noch Spuren zu erkennen. Die Forschung stützt sich vor allem auf Bodenfunde.

Sehenswert sind entlang der Hauptstraße Untertor, ev. Kirche, altes Rathaus, Turm des Obertors, etwas abseits auch der jüdische Friedhof und die Rekonstruktion des Limes.

Wer mehr erfahren möchte, findet eine sprudelnde Wissensquelle im »Verein für Kultur und Geschichte Hammersbach«. Herzlichen Dank an Hartmut Schneider für die lebendige und informative Führung.
Wikipedia liefert hier konzentrierte Infos.

Für alle, die weniger an der Vergangenheit sondern mehr an den Freuden der Gegenwart interessiert sind: einen Ausflug wert sind das Weinhaus Hagenfeld und der Kastanienhof (eher im Sommer).

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Wasserhäuschen – bedrohte Art in Frankfurt

1863 wurden die ersten Wasserhäuschen in Frankfurt genehmigt und haben seitdem eine ständige »Häutung« erlebt. Im Angebot zunächst nur Wasser – später »Minikaufhaus« für alle Lebenslagen mit Öffnungszeiten deutlich über den Bestimmungen des Ladenschlussgesetzes (wer erinnert sich noch – es galt bis 2003/2006). Seit der allgemeinen Erweiterung der Öffnungszeiten müssen diese Wasserhäuschen (Trinkhallen, Kioske) dem Druck der übermächtigen Einzelhandelsketten, Tankstellen und der kommunalen Bürokratie standhalten. Viele sind inzwischen gescheitert oder wurden von ihrem Platz verdrängt. Der verbliebene Rest kämpft leidenschaftlich ums Überleben, mit vielfältigen Ideen.

Während lange Jahre eher problematische Kunden die Szene bestimmten, gab es in den letzten Jahren einen deutlichen Wandel. Zunehmend entdecken die Anwohner den Charme dieses Treffpunkts. Jedes Wasserhäuschen hat seinen eigenen Charakter – stark von der individuellen Persönlichkeit des Inhabers geprägt.

Der Umgang mit dieser sehr frankfurterischen Einrichtung ist unkompliziert. Man geht einfach hin und wartet, was passiert. Man kann sich aber auch mit »professioneller Hilfe« nähern. Wir haben an einer Führung mit Hubert Gloss teilgenommen. Da sich unsere Tour quer durch Frankfurt bewegte, sind wir überwiegend mit Bus und Tram gefahren.

Weitere Infos bei Wasserhäuschen.eu  und bei Facebook Linie 11

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Spektakel in Frankfurt – Sommerwerft startet in 15. Saison

Ein buntes Völkchen aus fantasievollen Gestalten – Künstler u. a. mit russischen, südamerikanischen, spanischen und natürlich auch deutschen Wurzeln, traf sich am Goetheplatz. Mit Maskerade, Musik und Tanz fanden sie ein passendes internationales Publikum, das sich gerne beim Shoppen unterbrechen ließ und begeistert zum Handy griff. Nach einem »Demonstrationszug« zum Römer – mit starker Polizeibegleitung (2 Motorräder, 5 Mannschaftswagen bei ca. 50 »Demonstranten«!) ging es am Sommerwerftgelände mit dem Programm los. Bis 7. August werden Musik, Theater, Workshops und Film geboten – für Erwachsene und Kinder. Das Ganze wird von »Protagon – Freunde und Förderer freier Theateraktion« mit vielen ehrenamtlichen Helfern gestemmt. Der beträchtliche finanzielle Aufwand wird aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen, Einnahmen aus Essens- und Getränkeverkäufen finanziert. Aus öffentlichen Töpfen kommt auch etwas – es könnte mehr sein! Die neue Stadtregierung will künftig das Budget für unabhängige Kunst aufstocken. Vielleicht kommt auch etwas bei der Sommerwerft an? Die neue Stadträtin Ina Hartwig hat hoffentlich ein Herz für diese gewaltige kreative Quelle, besonders in einer Zeit, in der das Fremde zunehmend als bedrohlich empfunden wird.

Leider kann ich in den nächsten Tagen nicht dabei sein. Nächster Bericht ab 2.8.

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Fechenheim | Kunstaktionen – Aktionskunst

Der Verein PolymerFM vergibt jährlich Stipendien an Kinder bzw. Jugendliche zwischen 11 und 20 Jahren.  Am 9.7.2016 zeigten die Stipendiaten 2015/16 ihre Werke, die unter dem Motto »Kunstaktionen – Aktionskunst« standen. Sie haben mit viel Freude und Einsatz gemeinsam Mobile für die Straßenlaternen in der Straße Alt Fechenheim entworfen und mit kunstvoll gestalteten mobilen Müllbehältern den Dialog mit den Passanten in Fechenheim gesucht. Die Konzepte wurden gemeinsam erarbeitet und künstlerisch umgesetzt. An ihrer Seite stand Sabine Lauer von »DAS KUNSTBÜRO«. Sie hat die Mädchen (Jungs waren dafür nicht zu gewinnen) motiviert und inspiriert. Die Gespräche mit den Fechenheimern zum Thema Müll waren eine besondere Herausforderung. Galt es doch, »Fremde« anzusprechen und sein Anliegen »zu verkaufen«. In einigen Fällen mussten zunächst Verständnisprobleme überwunden werden. Bemerkenswert ist, dass etliche Mädchen ausländische Wurzeln haben. Sie kommen aus kroatischen, marokkanischen, kurdischen Familien – sind aber erkennbar hier angekommen.

Nun beginnt die nächste Runde mit dem Motto »Enkaustik | Kunst mit Wachs«. (Enkaustik = malen mit Wachs). Interessenten finden weitere Infos hier.

FRA Nordwest – zum Greifen nah

Tonnenschwere Flugzeuge schweben scheinbar federleicht heran und setzen »sanft« auf – der Traum vom Fliegen – aus nächster Nähe zu erleben.

Viele kennen den Aussichtspunkt bei der Fußgängerbrücke Zeppelinheim neben der A5 (Anfahrt mit S-Bahn – Station Zeppelinheim). Besonders beeindruckend, wenn man von dort aus nach Norden direkt am Zaun entlang geht und die anfliegenden Maschinen wenige Meter über sich »spürt«.

Seit einigen Wochen gibt es einen neuen »Spotter-Point« direkt neben der Nordwest-Landebahn. Man kommt dort mit dem Auto leichter hin und ist näher an den Flugzeugen dran. Sehr komfortabel – mit Parkplatz. Man kann – wer will – sogar den Piloten zuwinken.

Hock wird Hock’s-Restaurant Rendel (Karben)

In Rendel, einem Karbener Ortsteil (wenige Kilometer nördlich von Frankfurt) ist aus dem 100-jährigen Hock Hock’s geworden. 2013 haben Nadine Grammel und Uwe Ortgies das Lokal übernommen. Sie führen es weiter mit regionaler Küche – aber mit Pfiff.  Hessische Gerichte werden kreativ behutsam modernisiert: z. B. Presskopfcarpaccio mit Apfel-Zwiebel-Vinaigrette und Salatsträußchen für 6,70 € oder Lauwarmer Handkäse mit Cointreau abgelöscht, Birnenspalten und Pinienkernen für 6,90 €. Die Augen essen mit. Deshalb werden die Speisen liebevoll verziert – in der Hutmode würde man sagen mit einem Faszinator.

Speisen aus anderen Ländern bekommen auch eine Chance, z. B. aus Österreich (Wiener Backhendel ausgelöst und vom Margarethenhof, mit Pommes Frites dazu ein grüner Salat und hausgemachte Zitronen-Limetten-Mayonnaise 13,50 € ).

Raumgestaltung, Qualität des Essens und das Preisniveau sprechen bereits für einen Besuch. Getoppt wird dies durch einen außergewöhnlichen, leidenschaftlichen Service. Nicht nur die beiden Chefs sondern das gesamte Team gehen mit Freude auf ihre Gäste ein und versuchen, deren Wünsche zu erfüllen. Wir fühlen uns dort wie bei Freunden.

Hock’s haben wir bei einer Geburtstagsfeier kennen gelernt. Sie haben gezeigt, dass sie auch größere Veranstaltungen beherrschen.

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Michael Ende – beim TheaterUmriss

Die stark industriell geprägte westliche Gutleutstraße mit dem Kraftwerk und vielen Gewerbebauten birgt einige Schätzchen – z. B. den gut versteckten romantischen Sommerhoffpark. Direkt gegenüber, auf der anderen Straßenseite, liegt ein Klinkerbau von ca. 1928, das ehemalige Verwaltungsgebäude der Druckfarbenfabrik Dr. Milchsack. Nach der Insolvenz des Betriebes werden die Produktionshallen intensiv als »Kulturfabrik« genutzt, so u. a. vom Theater  »Landungsbrücken«.

Diese Räume nutzt auch die freie Gruppe »TheaterUmriss«, die unter Leitung von Sebastian Bolitz seit ca. 2 Jahren in Frankfurt aktiv ist. Seit etlichen Jahren hat er die Idee, den vielfältigen, phantastischen, philosophischen Stoff aus Michael Endes Werken (u. a. »Die unendliche Geschichte«, »Momo«, »Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer«) auf die Bühne zu bringen. Mit »Being Pagat« (Pagat = Gaukler/Magier aus »Das Gauklermärchen«) hat er ihn mit der Theatergruppe realisiert. Zitate aus dem gewaltigen Werk von Michael Ende verweben sie voller Hingabe und Emotionen bei ihrem von Körpersprache und Mimik geprägten Spiel .

Die folgende Bildergalerie stellt Mitwirkende des Stücks vor. Die zweite Galerie zeigt Bilder aus »Being Pagat«.

Bilder zu »Being Pagat« von Stefan Chytrek – nächste Möglichkeit das Stück zu sehen: Sommerwerft in Frankfurt vom 22.7. – 7.8.2016 – zwischen Main und EZB. Wir sehen uns dort.

Heimat – … im Wandel | Walkmühle Wiesbaden

Jeder verbindet mit »Heimat« etwas anderes: Sicherheit, Wohlbefinden, Freunde und Familie, Verlust, …. Der Künstlerverein Walkmühle hat dieses Thema international angepackt und Künstler aus vielen Teilen der Welt zur Ausstellung »Heimat – Indentifikation im Wandel« eingeladen. Die Werke sind bis 26.6.2016 zu sehen. Ein Besuch lohnt sich bestimmt auch danach. Der Ort hat einen ganz besonderen Charakter – ruppiger als man es von Wiesbaden gewohnt ist.  Das Programm des Künstlervereins besticht durch sein Niveau und seine Vielfalt.

Die Erläuterungen der Bilder sind teilweise Zitate aus Texten von Stefanie Blumenbecker (Ausstellungskatalog). Die Ausstellung umfasst deutlich mehr Künstler und Werke als hier gezeigt.

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