Eppstein – Burgstadt mit versteckten Juwelen

Beim Besuch Eppsteins fällt zunächst die das Stadtbild prägende Burg auf – ein  weiteres Juwel muss man allerdings suchen: den Bergpark Villa Anna.

Galerien:

Kaisertempel | Burg
Mainzer Keller
Altstadt | Talkirche | St. Laurentius
Bergpark Villa Anna
Bahnhof | Wunderbar Weite Welt

Erster Anlaufpunkt beim Besuch Eppsteins könnte der Kaisertempel sein, um sich mit der tollen Aussicht einen Überblick über die Stadt zu verschaffen. Er ist u. a. über den Eppsteiner Rundwanderweg zu erreichen (allerdings auch mit dem Auto auf einer recht schmalen Straße). Der Kaisertempel wurde 1894 im Auftrag des Verschönerungsvereins Eppstein zur Erinnerung an den Sieg über Frankreich und die Gründung des II. Deutschen Reichs 1871 erbaut.

Neben dem Kaisertempel liegt das empfehlenswerte italienische Restaurant »Kaisertempel«. Wir haben uns bei leckeren Nudelgerichten und gutem Wein sehr wohl gefühlt.

Die Burg (gegründet vermutlich vor 939 – aktuelle Anlage ca. 1750) ist das Highlight von Eppstein.
Herausragend der Bergfried (ca. 1300, 25 m hoch). Er kann, wenn die Burg geöffnet ist, über ca. 100 Stufen bestiegen werden und belohnt mit einem grandiosen Blick über die Burganlage und die Stadt.
Daneben liegt die Kemenate, der Küchen- und Wohnbau von 1500. Der große Saal lädt zum Heiraten ein.
Im herrschaftlichen Wohnbau befindet sich seit 1600 ein Andachtszimmer, später eine katholische Kirche, die bis 1903 genutzt wurde.
In einem Teil des Gebäudes wurde das Stadt- und Burgmuseum eingerichtet. Viele Exponate geben einen Eindruck von der Entwicklung und dem Leben auf der Burg. Es lohnt sich, an einer Burgführung teilzunehmen.
Am Osttor liegt der Turm »Bettelbub« mit einem Verlies.

Auf der Burg finden jährlich die vielbeachteten Eppsteiner Burgfestspiele statt,  getragen von den »Burgschauspielern«. Leider wegen Corona nicht in diesem Jahr. Stattdessen zeigen sie ihre Kunst virtuell mit sehenswerten Kurzfilmen.

Daneben gibt es zu normalen Zeiten das Eppsteiner Burgfest, organisiert vom »Burgverein Eppstein«

Im Burghof liegt der Mainzer Keller, über dem sich früher herrschaftliche Wohnräume und später kurmainzische Amtsstuben befanden. Der Keller ist nun das Vereinsheim der »Stadtwache«

Altstadt mit Talkirche und St. Laurentius

Rund um den Wernerplatz und die umliegenden Straßen haben sich viele Fachwerkhäuser aus dem 15. bis 19. Jahrhundert erhalten. In einigen befinden sich Restaurants und Lädchen. Dort  kann man lecker essen:
Pflasterschisser, Mille Vini, Zum Taunus (Auswahl).

Die Talkirche mit ihrem trutzigen Kirchturm wurde im 15. Jahrhundert ursprünglich als katholische Kirche erbaut, im 16. Jh. evangelisch, im 30-jährigen Krieg Pferdestall, danach barocke Restaurierung, seit 1908 Kreuzrippengewölbe.

St. Laurentius 1903 neogotisch erbaut, nachdem die Kapelle in der Burg für die wachsende katholische Gemeinde zu klein wurde.

 

Bergpark Villa Anna

Der Frankfurter Bankier Alfred von Neufville baute ab 1884 am Rande von Eppstein einen Sommersitz mit Villa und weiteren Gebäuden im Stil der Zeit (einige sind in der folgenden Galerie zu sehen). Der Bergpark mit vielen Gehölzen aus aller Welt wurde vom Gartenarchitekten Andreas Weber (Schöpfer der Gartenanlagen des Frankfurter Zoos und des »Nizza« am Main) geplant.  Nach dem frühen Tod der Beiden – Anna 1896 und Alfred 1900 – eroberte sich die Natur das Gelände zurück. 1933 verkauften die Erben 1/3 an die Stadt Eppstein und 2/3 an die ev. Kirche in Hessen und Nassau.

Inzwischen betreut der Verschönerungsverein Eppstein (VVE) das denkmalgeschützte Ensemble. Dadurch konnte das Taubenhaus saniert werden. Der Neufville-Turm wird gegenwärtig gesichert. Eine Nutzung ist in nächster Zeit allerdings eher unwahrscheinlich. Einer Gesamt-Restaurierung vor allem des Parks stehen etliche Hindernisse im Weg: natürlich das fehlende Geld, aber auch politische Hemmnisse wie Denkmalschutz und Naturschutz. Die Villa Anna wird von einem Verein zur Jugendhilfe genutzt und entsprechend gepflegt. 

Eine Broschüre des VVE gibt Orientierung für den Besuch des Parks. Der Weg ist allerdings recht steil und erfordert pfadfinderisches Talent – aber es lohnt sich. Neben den teilweise verwunschen wirkenden historischen Gebäuden sind seltene Bäume zu entdecken.

Bahnhof Eppstein

Bei Eröffnung der Main-Lahn-Bahn 1877 gab es hier nur ein provisorisches Empfangsgebäude. Der Eppsteiner Bahnhof in der heutigen Form wurde 1903 erbaut. Seit den 1990er Jahren stand er ca. 10 Jahre funktionslos leer. Seit 2007 wird er nach umfangreichen Sanierungs- und Umbauarbeiten vom Bürgerbüro Eppstein und gastronomisch genutzt.

Das Restaurant »Wunderbar Weite Welt« ist ein Highlight Eppsteins wegen seiner außergewöhnlichen Innenausstattung, der vielfältigen internationalen Gerichte auf der Speisekarte und dem regelmäßigen Kulturprogramm. Die Wirtsfamilie hat es geschafft, trotz Corona-Beschränkungen ein hörenswertes Musikprogramm zu organisieren. Als Überraschung gibt es in allen Räumen besondere Kunstwerke des Frankfurter Künstlers Hanno Neder.

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