Archiv der Kategorie: 100 Frankfurt am Main allg.

Städel | Beckmann Zeichnungen

Das Städel Museum Frankfurt zeigt bis 15. März 2026 Zeichnungen von Max Beckmann, viele aus dem eigenen Bestand aber auch etliche von anderen Museen und aus Privatbesitz, die sonst nicht zu sehen sind.

Beckmann ist hier bekannt für Gemälde mit Frankfurter Motiven.  Seine weniger bekannten Zeichnungen sind oft eigenständige Kunstwerke oder zeigen die Entwicklung von Gemälden. Zu sehen sind Werke aus seiner Berliner Zeit (ab 1906). Den ersten Weltkrieg erlebte er als Sanitätssoldat. Diese Erfahrungen prägten wesentlich seine Arbeiten.
1915 – 1937 arbeitete er in Frankfurt bis die Nationalsozialisten einen Aufenthalt unmöglich machten. Er emigrierte über Amsterdam und Paris in die Vereinigten Staaten. wo ihm 1947 ein Neuanfang gelang. Er starb 1950 in New York.

Weitere Informationen auf

der Städel-Website 

DZ-Bank | Ausstellung: Stolpern, bitte!

Diese Ausstellung thematisiert Stolpern als Fehler, Abweichungen von Normen, Ungewöhnliches und appelliert an uns, positiv damit umzugehen – daraus zu lernen, sie als Impulse für neue Ideen zu verstehen.

In diesem Beitrag wird ein kleiner Ausschnitt gezeigt. Die Ausstellung ist kostenlos bis 14.2.2026 zu sehen, täglich (Mo-Fr) von 11 bis 19 Uhr. Empfehlenswert ist das Vermittlungsangebot (siehe Website)

Gut dazu passend: Das Weltkulturen-Museum zeigt in der neuen Ausstellung SHEROES Comic Art aus für uns ungewohnter afrikanischer Sicht. Demnächst werde ich darer berichten.

FFF | Philippinen | New Beginnings

Die Philippinen sind für uns Europäer ein wenig bekanntes Land. Es lohnt sich jedoch, genauer hinzusehen. Sie bestehen aus über 7000 Inseln. Die 110 Millionen Einwohner sprechen über 130 Sprachen. Daraus ergibt sich eine gewaltige kulturelle Vielfalt, die sich zudem in einem dynamischen Prozess befindet.

Das Fotografie Forum Frankfurt (FFF) hat acht Fotokünstlerinnen und -künstler zu der Ausstellung »New Beginnings« eingeladen, die mit ihren individuellen Einsichten und verschiedenen Techniken sowohl Traditionelles als auch Veränderungen hinterfragen.

Die Fotos in der folgenden Galerie zeigen einen kleinen Ausschnitt. Empfehlenswert ist es, an Führungen teilzunehmen (siehe Programm auf der Website)

FFF | Japanische Fotografinnen on tour

Japanische Fotografinnen standen bis vor kurzem im Schatten ihrer männlichen Kollegen und arbeiteten weitgehend im Verborgenen. Dadurch konnten sie – unabhängig von gängigen Regeln – außergewöhnliche, experimentelle Werke aus weiblicher Sicht schaffen, z. B. Familie, Rolle der Frau, gesellschaftliche Phänomene.

Das Fotografie Forum Frankfurt zeigt bis 7.9.2025 die u. a. von Takeuchi Mariko kuratierte Ausstellung I’m So Happy You Are Here mit Werken japanischer Fotografinnen von 1950 bis  heute. Diese Sammlung wird weltweit gezeigt – in Deutschland exklusiv im FFF.

Empfehlenswert: Führung durch die Ausstellung (siehe Website)

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Ffm-Kunstverein | Junge Kunst aus Rhein-Main

Alle zwei Jahre sucht der Frankfurter Kunstverein junge talentierte Künstlerinnen und Künstler aus dem Rhein-Main-Gebiet für die Ausstellung »And This is Us« aus. in diesem Jahr sind es 12 aus 110 Vorschlägen von der Hochschule für Gestaltung (Offenbach), der Städel-Schule (Frankfurt) und der Kunsthochschule (Mainz), die die Chance bekamen, nach ihrem Studium in einer institutionellen Umgebung ihre Kunst zu zeigen. Es gab keine Vorgaben. Sie haben Themen, die sie besonders bewegen, mit kuratorischer Begleitung von Franziska Nori und ihrem Team für dieses Haus in den letzten Monaten erarbeitet. Die Ergebnisse sind überraschend vielfältig und einen Besuch wert.

Die Ausstellung ist bis 15.8. zu sehen. Es empfiehlt sich die Teilnahme an einer Führung (siehe Website)

Städel | Annegret Soltau | Unzensiert

Das Städel zeigt in der Ausstellung »Unzensiert« Werke von Annegret Soltau. Diese umfasst Arbeiten von 1972 bis heute und somit ist das Städel das erste Museum, das bisher nicht Gezeigtes in einer Gesamtschau präsentiert.

Soltau begann ihr künstlerisches Leben zunächst mit Bleistiftzeichnungen von Körpern und Gesichtern, die sie bald mit Linien überlagerte. Sie fotografierte häufig ihren eigenen Körper und ihr Gesicht als Grundlage für die weitere Gestaltung: Zerrissene Teile fügt sie nähend zusammen und erreicht damit befremdliche, provozierende Bilder. Mit ihrer Kunst verarbeitet sie Ereignisse aus ihrem Leben und ihrer Rolle als Frau. Ihre Erfahrungen mit Sexualität und Schwangerschaft spielen eine wichtige Rolle.

Deutsche Institute haben zahlreiche Werke abgelehnt. Diese Sicht wurde von vielen großen internationalen Häusern nicht geteilt. So wurden Werke von ihr u. a. vom Centre Pompidou (Paris), Int. Center of Photography (New York), National Gallery of Art (Washington), Museum of Modern Art (New York), Instituto Paz Collection (Brasilien) gesammelt.

Die Ausstellung ist bis 17. August 2025 zu sehen. Weitere Infos auf der Städel-Website unter diesem Link.

 

Rembrandts Amsterdam | nicht nur Gold

Die aktuelle Städel-Ausstellung zeigt nicht nur Bilder des goldenen Zeitalters. Der stark wachsende Fernhandel inklusive intensivem Sklavenhandel führte bis Mitte des 17. Jahrhunderts zu enormem Reichtum der regierenden Patrizier der Stadt. Dadurch wurden auch Kunst und Wissenschaft stark gefördert. Vom Höhepunkt der niederländischen Malerei profitierten Künstler wie Rembrandt und viele andere bei uns weniger bekannte Meister.

Die Ausstellung wurde neben Werken aus der Städel-Sammlung vor allem mit Exponaten des Amsterdam Museums bestückt, die kaum außerhalb des Museums gezeigt werden.

Schwerpunkte sind großformatige Gruppenbildnisse von Schützengilden, ehrenamtliche Regenten von städtischen Einrichtungen wie Armen-, Waisen-, Kranken-, Zuchthäusern und Altersheimen, Gilden u. a. der Chirurgen, Gerber, Küfer, Torfträger, Weinhändler, Gold- und Silberschmiede.

Auftraggeber waren Bürger der Stadt, die ihren Reichtum, ihre Bedeutung in der Stadt und ihre Großherzigkeit bei der Unterstützung Bedürftiger zeigen wollten. Diese Werke waren bestimmt, um in den Räumen der jeweiligen Institutionen wandfüllend gezeigt zu werden.

Bürger am Rande der Gesellschaft und bedürftige Fremde kommen in einzelnen Kunstwerken nur als Staffage oder in Skizzen vor.

Zur Vorbereitung auf diese sehenswerte, von Jochen Sander (Städel), Norbert Middelkoop und Tom van der Molen (Amsterdam Museum) kuratierte Ausstellung empfehlen sich Audioguide und Digitorial (siehe Website).

Die folgenden Bilder zeigen eine kleine Auswahl der ca.100 Exponate, überwiegend Leihgaben. Rechtsklick auf Vorschaubild zeigt größere Ansicht.

Gallus-Theater | Coppélia – akrobatischer Tanz

Tänzer und eine Tänzerin der Turiner Companie blucinQue erzählen die Geschichte der »lebendigen« Puppe Coppélia mit ihren Verwicklungen in Liebe und Eifersucht in einer atemberaubenden Schau mit Leidenschaft und hohem akrobatischen Können.

Diese Gruppe wird von der künstlerischen Leiterin Caterina Mochi Sismondi betreut und ist im Theater Café Müller in Turin beheimatet.

Dieses Stück ist ein gutes Beispiel für das außergewöhnliche internationale Programm des familiären Gallustheaters, in dem man vom Chef persönlich begrüßt wird.

Hobby Horsing | Spaß und Konzentration

Hobby Horsing ist eine recht junge Sportart, bei der Reiter gleichzeitig Pferd sind | oben Reiter, unten Pferd.

Entstanden ist die Idee von Kindern und Jugendlichen in Finnland, die begannen, Steckenpferde zu basteln, mit denen sie dann auch »reiten« wollten. Erste Wettbewerbe entstanden – die Idee verbreitete sich ab ca. 2008 weltweit schnell über Social-Media.

Die Wettbewerbe orientieren sich am herkömmlichen Reitsport, dessen Disziplinen imitiert werden: Dressur, Parcours (Springen über Hindernisse unterschiedlicher Höhen – Zeit bzw. Stil), Galopprennen, Hochsprung und vermutlich noch mehr. Das Pferd muss mit einer Hand gehalten werden, während die zweite Hand die Zügel führt. Dabei muss der Stab immer den Oberschenkel berühren.

Hobby Horsing klingt für Außenstehende zunächst recht spaßig und wird schnell unterschätzt. Dabei steckt dahinter eine anspruchsvolle Sportart mit intensivem Training, bei dem Disziplin, Ausdauer, Koordiantion, Motorik, Kondition und Körpergefühl gefordert werden.

Auch in Deutschland wollten Kinder diesen Sport ausüben. Eltern halfen bei der Umsetzung, erste Vereine entstanden, kleinere Turniere wurden organisiert. Vor einem Jahr wurde der DtHHV (Deutscher Hobby Horsing Verband) gegründet, der nun in der Sporthalle in Ffm-Kalbach die 1. Deutsche Meisterschaft ausrichtete – mit annähernd 300 Teilnehmern (davon 10 männlichen) und über 2000 Besuchern.

Die Wettbewerbe werden in den Altersklassen U9 bis U31 gewertet. Ältere Teilnehmer werden in der noch schwachen Gruppe U99 berücksichtigt.

Die letzte Weltmeisterschaft fand im Juni 2024 in Finnland statt. Aus Deutschland kamen nach Finnland die meisten Teilnehmer. Die WM 2025 wird im August in der Schweiz stattfinden.

Schirn | Casablanca – Art School

Die Schirn Kunsthalle zeigt in dieser Ausstellung die Aktivitäten der Casablanca – Art School von 1962 bis 1987. Nach der Unabhängigkeit Marokkos (1956) entwickelte sie sich zu einem Brennpunkt der Moderne, mit Einflüssen traditioneller und internatioanler Kunst,  Über die Schule hinaus entwickelte sich ein Netzwerk einflussreicher Künstler. Die Ausstellung ist bis 13.10.2024 zu sehen.

Hier ein kleiner Ausschnitt aus den ca. 100 Kunstwerken.


Blick in die Ausstellung | vorne links: traditionell inspirierte Werke von Abderrahman Rahoule (1970er)

von Houssein Miloudi (1967)

»Abreise« von Mohamed Melehi (1964), Mitgründer der Schule
mit Leihgeberin Mujan Maraini-Melehi (Tochter von Mohamed Melehi und der Schriftstellerin Toni Maraini). Sie wohnt in Rom. Von ihr stammt u. a. der 2022 preisgekrönte Film »Haiku on a plum tree«